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Meine Stadt Hannover schafft Zweirichtungs-Radwege ab
Hannover Meine Stadt Hannover schafft Zweirichtungs-Radwege ab
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17:15 20.06.2019
Betroffen: Der Zweirichtungsradweg an der Langenforther Straße. Die Stadt hat versucht, die Markierungen zu entfernen – mit mäßigem Erfolg. Quelle: Petrow
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Hannover

Für Radfahrer sind Zweirichtungs-Radwege auf ausreichend breiten Bürgersteigen in der Regel eine angenehme Sache. Sie müssen seltener die Straßenseite wechseln, kommen schneller ans Ziel. Den Großteil dieser Verbindungen in Hannover schafft die Stadt nun jedoch ab. Nicht etwa aus Sicherheitsgründen. Es geht um Bürokratie. Die Aktion ist schon in vollem Gange. 29 Zweirichtungsradwege sind schon weg, drei weitere werden noch entfernt.

Die Stadt ist mit Eifer bei der Sache. Kratzt Markierungen von der Straße ab, baut Ampeln um, hängt Schilder ab. Das alles wegen eines Gerichtsurteils, das wiederum das Wirtschafts- und Verkehrsministerium von Bernd Althusmann (CDU) auf den Plan rief. Aus dem Erlass des Landes von Oktober 2016 geht hervor, dass Zweirichtungs-Radwege nicht mehr zulässig sein sollen.

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Land: Benutzungspflicht auf zwei Seiten geht nicht

Um Sicherheit geht es darin nicht. Vielmehr sieht das Ministerium ein Problem darin, dass bei Zweirichtungs-Radwegen auf beiden Seiten der Straße Radwegschilder stehen. Diese schreiben zugleich eine Benutzungspflicht vor. Und Gericht und Land sind der Auffassung, dass niemand verpflichtet sein kann, gleichzeitig in einer Richtung Radwege auf beiden Seiten der Straße zu nutzen. Schließlich liege dann ja stets die Missachtung der Benutzungspflicht auf der anderen Straßenseite vor.

Für unzulässig hält es das Land allerdings auch, dass man nur auf einer Seite der Straße die Benutzung per Radwegschild verpflichtend macht und sie auf der anderen Straßenseite in derselben Fahrtrichtung zur Wahl stellt, in dem man zum Beispiel durch das Schild „Fahrrad frei“ ein Benutzungsrecht einräumt.

ADFC warnt vor „massenhaft Geisterfahrern“

Der Radfahrerclub ADFC ist entsetzt. „Wenn man es Ernst meint mit der Verkehrswende und den Radverkehr fördern will, ist das absolut kontraproduktiv“, ärgert sich Sprecher Eberhard Röhrig-van der Meer. Aus seiner Sicht hat die Stadt allzu schnell und folgsam die Vorgabe des Landes umgesetzt. „Das ist absolut unsinnig. Das waren alles keine Unfallschwerpunkte. Da hätte die Stadt auch selbstbewusst eine andere Position einnehmen können“, findet Röhrig-van der Meer.

Aus seiner Sicht ist es für Radfahrer nun sogar wesentlich gefährlicher geworden. Weil sie es gewohnt seien, auf den Straßen in beiden Richtungen zu fahren und die Bürgersteige auch breit genug seien, geschehe das weiterhin. Nur würde nun an Einmündungen nicht mehr darauf hingewiesen, dass Radfahrer in beiden Richtungen queren. „Das bringt massenhaft Geisterfahrer hervor“, warnt der ADFC-Sprecher außerdem.

Diese Straßen sind betroffen

Betroffen von der Neuregelung sind Allerweg, Alte Stöckener Straße, Altenbekener Damm, Am Soltekampe, Blumenauer Straße, Brückstraße, Burgwedeler Straße, Ebelingstraße, Emmy‐Noether‐Allee, Eulenkamp, Garbsener Landstraße, Gehägestraße, General‐Wever‐Straße, Heisterbergallee, Kugelfangtrift, Lange‐Feld‐Straße, Langenforther Straße, Lindemannallee, Marianne‐Baecker‐Allee, Niedersachsenring, Schulenburger Landstraße, Schützenallee, Stöckener Straße, Sündernstraße, Wolfstraße und Wülferoder Straße.

Auf der Göttinger Chausee, der Lissabonner Allee und der Wülfeler Straße sollen die Zweirichtungs-Radwege laut Stadt ebenfalls verschwinden, „sobald die notwendigen Veränderungen“ abgeschlossen sind, teilt Sprecherin Michaela Steigerwald mit. Eine Ausnahme gelte lediglich für Straßen, in denen „die beiden Fahrtrichtungen baulich voneinander getrennt sind“, zum Beispiel durch Mittelstreifen oder Stadtbahngleise. Das gilt zum Beispiel für die Zweirichtungsradwege am Leibnizufer und an der Hildesheimer Straße.

Von Christian Bohnenkamp

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