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Meine Stadt Wedemark: Paralympics-Sieger Popow trainiert Kinder mit Amputationen
Hannover Meine Stadt Wedemark: Paralympics-Sieger Popow trainiert Kinder mit Amputationen
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16:22 04.08.2019
Mit eigener Erfahrung: Paralympics-Sieger Heinrich Popow (links) hilft Miray Ghelalli beim Umgang mit einer speziellen Sportprothese. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Lars Förste steht wenige Meter vor dem Tor, der Ball liegt vor ihm. Er nimmt Anlauf, dribbelt auf das Tor zu und schießt: Volltreffer! Die Freude ist riesig. Doch ganz so einfach ist Fußballspielen für den 18-Jährigen nicht. Durch einen Unfall verlor er sein linkes Bein, ist seitdem auf eine Prothese oder Krücken angewiesen. Damit ist der junge Mann nicht allein. In der Wedemark kamen in dieser Woche 57 Kinder zwischen acht und 18 Jahren beim europaweit größten Jugendcamps für Kinder und Jugendliche mit Amputationen und Gliedmaßenfehlbildungen zusammen. Die Spielregeln beim Amputierten-Fußball: Die Prothese muss abgenommen werden, alle nutzen Krücken. Nur geschossen werden darf damit nicht. Für Förste ist das Camp etwas ganz Besonderes: „Ich sehe hier, dass ich mit meiner Situation nicht alleine bin.“

Heinrich Popow hilft Kindern im Umgang mit Prothesen

Sogar der mehrfache Paralympics-Sieger und Let’s-Dance-Teilnehmer Heinrich Popow kam auf dem Sportplatz vorbei. Der 36-Jährige verlor sein linkes Bein im Alter von neun Jahren durch eine Krebserkrankung, heute liebt er die Arbeit mit den Kindern. „Es ist ganz wichtig, dass sie das Gefühl von Freiheit kennenlernen, denn Kind sein und sich frei bewegen gehört einfach zusammen.“ Es sei wichtig, dass die Kinder das Laufen auf der Prothese lernen und Vertrauen in das Hilfsmittel erlangen.

Und genau das testet er mit Miray Ghelalli. Die Zwölfjährige hat seit der Geburt eine Fehlbildung des rechten Beines und testet eine spezielle Sportprothese. „Es ist sehr anstrengend und ungewohnt damit, aber auch sehr cool.“ In ihrer Freizeit ist se beim Gardetanz und steht bei Showtänzen auf der Bühne. Da wäre solch eine Prothese genau richtig. „Das Laufgefühl ist viel besser, da die Prothese federt.“

Sport machen trotz Handicap: In der Wedemark kamen 57 Kinder mit Arm- oder Beinamputationen zusammen, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Organisiert wird das Camp vom Bundesverband für Menschen mit Arm- und Beinamputation. Sprecher Detlef Sonnenberg betont: „Für die Kinder ist das Camp enorm wichtig, sie steigern ihr Selbstwertgefühl und kriegen einen richtigen Entwicklungsschub.“ Es gehe um den Austausch untereinander und das Sammeln von Mut. „Eine Woche nicht behindert sein“, fügt Sonnenberg hinzu.

Sich gegenseitig stärken und Selbstbewusstsein tanken

Und so waren die Teilnehmer außerdem in einem Kletterpark, Kanufahren und Schwimmen. Letzteres war genau das richtige für Monika Jänsch, die seit der Geburt eine Fehlbildung an der linken Hand hat. „Ich liebe Sport und schwimme besonders gerne“, sagt die 18-Jährige. Aber auch im Taekwondo hat sie sich ausprobiert. „Ich kann mir vorstellen, das öfter zu machen, allerdings muss man sehr gelenkig sein“, lacht sie. Die 18-Jährige freut sich über die Teilnahme am Camp. „Es ist sehr locker hier, weil man weiß, dass die anderen auch Probleme haben und man sich nicht schämen muss.“ Das sieht Britt Hasslöver (17) genauso: „Hier wird man nicht nach dem Äußeren beurteilt.“ Stattdessen bekomme man viel mehr Selbstbewusstsein.

Von Cecelia Spohn

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