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Meine Stadt Wasserstadt: Politik will Gift-Gutachten
Hannover Meine Stadt Wasserstadt: Politik will Gift-Gutachten
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17:47 31.01.2019
Unter Denkmalschutz: Die historischen Conti-Bauten in der Wasserstadt Limmer. Investor Günter Papenburg will sie abreißen, die Politik im Bezirk versucht das zu verhindern. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Können die historischen Conti-Gebäude auf dem Gelände der Wasserstadt Limmer erhalten bleiben? Der Bezirksrat Linden-Limmer will es genau wissen. In seiner Sitzung am Mittwoch hat das Gremium ohne Gegenstimmen beschlossen, dass die Stadt mit einem Gutachten untersuchen lassen soll, wie sehr die Bauten mit giftigen Nitrosaminen und Rückständen von Mineralölen belastet sind.

Dabei soll es auch um die Frage gehen, unter welchen Voraussetzungen die Gebäude zu Wohnzwecken, als Bürogebäude, Parkhäuser, Lager- oder Produktionsräume nutzbar wären. Auch ein Museum können sich die Grünen darin vorstellen. Sie hatten das Thema auf die Tagesordnung gesetzt.

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Bürgermeister rechnet mit Auseinandersetzung

„Dass man ein Gutachten braucht, ist unstrittig“, glaubt Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube. Er ist sich sicher, dass die Frage des Erhalts der denkmalgeschützten Bauten mit Eigentümer Günter Papenburg „in einer Auseinandersetzung gipfeln wird“. Denn der will die Gebäude möglichst schnell abreißen. Viele im Bezirk jedoch setzen sich für den Erhalt ein.

Genervt von diesen Diskussionen hatte Papenburg der Stadt im November angeboten, dass sie die Bauten für einen Euro übernehmen könne. Der Grüne Daniel Gardemin kann sich das auch vorstellen. „Es sind wertvolle Flächen, die erworben werden könnten“, sagte er. Er sieht im Erhalt der Denkmäler auf dem Wasserstadt-Gelände ein „besonderes öffentliches Interesse“. Die Stadt müsse „ihrer Verantwortung gerecht werden“.

Zoff um Sanierungskommission: Stadt will sie auflösen

Zoff gibt es derweil um die Sanierungskommission Limmer. Die Stadt will diese einstellen, hält die Sanierung im Stadtteil für abgeschlossen. Sie listet als Begründung eine Reihe von Projekten auf, wie etwa die Modernisierung der Schwanenburg oder die Neubebauung des Stichweh-Geländes mit Wohnungen und Gewerbeflächen. Auch sei das Wasserstadtgelände soweit saniert worden, dass dort Wohnungsbau beginnen könne.

An der Wasserstadt entzündet sich jedoch der Streit. „Das größte Projekt ist immer noch nicht fertig“, kritisierte CDU-Fraktionschefin Gabriele Steingrube, die auch Mitglied der Sanierungskommission ist. „Wir möchten weiter mitentscheiden“, forderte sie. Die Kommission selbst hatte sich einstimmig gegen ihre eigene Auflösung ausgesprochen. Die Politik im Bezirksrat hofft nun auf Unterstützung durch den Rat. Denn nur der könnte die Pläne der Stadt kippen.

Von Christian Bohnenkamp