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Meine Stadt Wasserstadt Limmer nimmt die nächste Hürde
Hannover Meine Stadt Wasserstadt Limmer nimmt die nächste Hürde
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20:44 08.03.2012
Von Christian Bohnenkamp
Aus der Luft: Gelände der zukünftigen Wasserstadt Limmer. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Eigentümer ist der Bauunternehmer Günther Papenburg, der derzeit auf dem Gelände noch Bodensanierungsarbeiten durchführen lässt.

Deutliche Kritik hatte es zuvor in der ebenfalls für das Projekt zuständigen Sanierungskommission Limmer gegeben. "Einfallslos" hatte Bauexperte Sid Auffarth die Pläne der Stadt genannt. Er fürchtet, dass auf dem Gelände nur wenige Bauträger zum Zuge kommen werden, die "gereihte Häuser ohne große Ideen" in der Wasserstadt verwirklichen würden. "Dann droht die geballte Langeweile wie am Kronsberg", sagt Auffarth. Er fordert, dass stattdessen viele unterschiedliche Projekte in Form gemeinschaftlichen Wohnens verwirklicht werden sollen. In Freiburg, Tübingen oder Hamburg werde das bereits mit großem Erfolg durchgeführt.

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Die Stadt scheint die Kritik ernst genommen zu haben und hat die Pläne seitdem noch einmal überarbeitet. Nun findet sich darin unter anderem der Hinweis, dass die Flächen auch für Projekte gemeinschaftlichen Wohnens zur Verfügung stehen. Zudem betonte Stadtbaurat Uwe Bodemann im Bauausschuss, dass die Stadt über verschiedene Instrumente Einfluss auf die Pläne von Investoren nehmen könne.

Überrascht zeigte sich der Bauhistoriker Auffarth jedoch davon, dass das älteste noch erhaltene Gebäude auf dem Gelände offensichtlich abgerissen werden soll. Dieses wurde 1897 errichtet und war einst die erste Produktionsstätte der Firma Excelsior, die in Limmer Gummiprodukte herstellte und später von der Continental AG übernommen wurde. Aus dem aktuellen Funktionsplan, der die zukünftige Entwicklung der Wasserstadt grob zeigt, geht hervor, dass es nicht erhalten werden soll. "Das ist sehr bedauerlich. Ich halte es für wichtig, dass dieses Industriedenkmal bestehen bleibt", sagt Auffarth. Er glaubt, dass man die wichtigste Verbindungsstraße, die durch die Wasserstadt geht, auch in einem Bogen um das Gebäude führen könnte.

Nicht abgerissen werden sollen allerdings die historischen Produktionsgebäude, die im südlichen Teil des Geländes im Bereich der Wunstorfer Straße erhalten geblieben sind. Diese sind allerdings mit krebserregenden Nitrosaminen verseucht. Sollte eine Sanierung scheitern, müssen sie dennoch entfernt werden.