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Meine Stadt Wasserstadt Limmer: Zu teuer für die Mittelschicht?
Hannover Meine Stadt Wasserstadt Limmer: Zu teuer für die Mittelschicht?
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11:02 12.06.2018
Riesiges Wohngebiet: Die Fläche der Wasserstadt. Rund 3500 Menschen sollen dort ein Zuhause finden. Quelle: Foto: Behrens
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Hannover

Grund ist der überraschende Ausstieg der städtischen Wohnungsgesellschaft Hanova aus dem Projekt. Eigentümer Günter Papenburg „muss sich bei den Grundstückspreisen bewegen“, fordert Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube.

Über den Hanova-Ausstieg zeigt er sich „entsetzt“. Damit gerechnet habe er nicht. „Wenn dort statt regionaler Anbieter irgendwelche Hedge-Fonds bauen, ist das Konzept im Eimer“, warnt Grube und dringt auf eine gute Durchmischung des Quartiers.

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Auch Uwe Staade von der Bürgerinitiative Wasserstadt sieht die aktuelle Entwicklung mit Sorge. „Nur arm und reich funktioniert nicht. Wir brauchen dort auch eine gesunde Mittelschicht“, sagt er. Zwar wird es in der Wasserstadt 25 Prozent Sozialwohnungen geben, allerdings könnten hohe Grundstückspreise dazu führen, dass diese über sehr teure Wohnungen quersubventioniert werden müssen, so dass es kaum Flächen im mittleren Preissegment gibt.

Die Stadt betont, dass „eine gute soziale Durchmischung“ im städtebaulichen Vertrag vereinbart sei. Man gehe davon aus, dass das auch eingehalten werde, sagt Sprecher Dennis Dix.

„Wir werden alles dafür tun, dass es zu einer guten Durchmischung des Quartiers kommen wird“, versichert Martin Pietsch, Geschäftsführer der Wasserstadt Limmer GmbH. Allerdings sei der vorgeschriebene Anteil an Sozialwohnungen „nicht ohne Quersubventionierung zu erreichen“.

Neben „derzeit explodierenden Baukosten“ sei ein Grund dafür auch der Rahmen, der von der Politik auf Bundes-, Landes- sowie kommunaler Ebene gesetzt werde. Aus den Rahmenbedingungen ergebe sich eine Kostenstruktur, die „letztlich über Preise für Eigentumswohnungen, Mietwohnungen oder von Grundstückserwerbern refinanziert werden“ müsse, erklärt Pietsch.

Von C. Bohnenkamp