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Meine Stadt Wasserstadt: Bürgerinitiative hat Interesse an Altbauten
Hannover Meine Stadt Wasserstadt: Bürgerinitiative hat Interesse an Altbauten
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18:52 27.11.2018
Neue Perspektiven: Investor Günter Papenburg will die historischen Conti-Gebäude loswerden. Die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer überlegt, diese zu übernehmen. Quelle: Fotos: Dröse
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Hannover

Investor Günter Papenburg hat die Nase voll. Die historischen Conti-Gebäude auf dem Wasserstadt-Gelände sind für ihn zum Ärgernis geworden. Er hat angeboten, diese der Stadt oder der Bürgerinitiative zu schenken, die für den Erhalt kämpft. Und diese überlegt nun tatsächlich, das Angebot anzunehmen.

„Das könnte die Rettung sein“, sagt Uwe Staade, Vorsitzender der Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer. Anders als Papenburg ist er davon überzeugt, dass die mit giftigen Nitrosaminen belasteten Gebäude erhalten werden können.

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Bürgerinitiative will Investoren ins Boot holen

Das sei „technisch möglich“, versichert Staade. Die Bürgerinitiative habe einen Gutachter aus Frankfurt ausfindig gemacht, der das nachgewiesen habe. Dieser sei schon in Bad Homburg an der Sanierung einer früheren Fahrradwerkstatt beteiligt gewesen, die ebenfalls mit Nitrosaminen verseucht war. „Das ist heute ein Kindergarten“, berichtet Staade.

Er will nun „Verbündete ins Boot holen“ und Kontakte zu denkbaren Investoren aufnehmen. Das Potenzial der historischen Gebäude sei groß. „Das kann ein richtiges lebendiges Viertel werden, zum Beispiel mit Studentenwohnungen, Sportmöglichkeiten und Gastronomie“, glaubt Staade.

Andere sind skeptischer. Dirk Machentanz von den Linken glaubt, dass sich Papenburg des „problematischen Teils entledigen will“. Er fordert diesen auf, der Stadt „die gesamte Wasserstadt zu schenken“, damit sie dort öffentlichen Wohnungsbau realisieren kann.

SPD wirft Papenburg Bodenspekulation vor

„Auf keinen Fall annehmen“ solle die Stadt das Angebot Papenburgs, warnt SPD-Bauexperte Lars Kelich. Diese habe „dringendere Aufgaben zu erfüllen“. Für ihn ist der Eigentümer der Wasserstadt „eindeutig das Problem dafür, dass es nicht vorangeht“. Kelich vermutet sogar, dass Papenburg „bewusst mit den Grundstücken spekuliert“, um angesichts steigender Preise höhere Gewinne erzielen zu können.

Felix Semper, baupolitischer Sprecher der CDU, kann die Kritik Papenburgs an Stadtbaurat Uwe Bodemann nachvollziehen. Das sei „nicht der erste Vorwurf eines Investors“. Er wirft Bodemann vor, dass er „nicht dazu beiträgt, dass es eine Entspannung gibt“. Im Gegenteil: Mit seiner Pressekonferenz am Freitag habe der Stadtbaurat „zusätzlich Öl ins Feuer gegossen“.

Rainer-Jörg Grube, Bezirksbürgermeister in Linden-Limmer, fordert „den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude und eine harte Prüfung der durch Herrn Papenburg vorgetragenen vermeintlichen Abrissgründe“. In allen bisherigen Beschlüssen sei ein „Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude obligatorisch“. Eine Änderung der Beschlüsse stehe „nicht zur Diskussion“, sagt Grube.

Von Christian Bohnenkamp