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Meine Stadt Kahlschlag bei Kaufhof? Hunderte machen Flashmob
Hannover Meine Stadt Kahlschlag bei Kaufhof? Hunderte machen Flashmob
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08:49 25.05.2019
STREIK: Gut 300 Beschäftigte der hannoverschen Kaufhäuser haben nach Verdi-Angaben die Arbeit niedergelegt. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Warnstreik im Einzelhandel: Nach Angaben der Gewerkschaft haben gut 300 Beschäftigte der City-Kaufhäuser ihre Arbeit niedergelegt. Vielen ging es dabei weniger um die aktuelle Tarifauseinandersetzung, sondern um die eigene Existenz. Bei der Galeria Karstadt-Kaufhof droht der Kahlschlag.

Verdi-Sekretärin Juliane Fuchs berichtet von zwei Versammlungen in den hannoverschen Filialen des neuen Warenhaus-Konzerns. Von den etwa 375 Kaufhof-Angestellten müsse demnach jeder vierte oder fünfte gehen. Zwischen 75 und 93 Verkäufer würde das also treffen.

Bei schneller Einigung höhere Abfindung

Personalabbau bis Ende Juli sei das Ziel, so Fuchs. Angeboten würden vier Möglichkeiten: Aufhebungsverträge, Arbeitszeitreduzierungen, Wechsel ins Warenhausserviceteam (mit schlechterer Bezahlung etwa fürs Auffüllen von Regalen oder Bügeln) oder betriebsbedingte Kündigungen. „Wer sich bis zum 4. Juli auf einen Aufhebungsvertrag einlässt, erhält eine höhere Abfindung“, so Fuchs.

Die Gewerkschaft ist empört, die Mitarbeiter sind in großer Sorge. Das Personal der Galeria Kaufhof an der Marktkirche hat sich vermutlich deshalb nicht am Warnstreik beteiligt. Hunderte von Kollegen gingen ins Haus und fuhren pfeifend die Rolltreppen hoch und runter – ein kaum zu überhörendes Signal für Protest.

Gespräch auf Spitzenebene geplant

Es heißt, in den kommenden Tagen sei ein Gespräch zwischen Verdi-Chef Frank Bsirske und Réne Benko angesetzt. Zu dessen Unternehmensgruppe Signa gehören Galeria Karstadt Kaufhof. Für Kaufhof ist der Tarifvertrag gekündigt.

In der aktuellen Tarifauseinandersetzung des Einzelhandels fordert Verdi bessere Bezahlung. Die Arbeitgeber legten in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Jetzt steht die zweite Runde an. Die Gewerkschaft will, dass die der Einkommen um einen Euro pro Arbeitsstunde steigen. Das tarifliche Mindesteinkommen soll bei 2100 Euro im Monat liegen; angestrebt wird eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Arbeitskampf geht wohl weiter

Beteiligt haben sich am Warnstreik außer den Galeria-Mitarbeitern Beschäftigte von H&M, Zara und Ikea. Verdi-Sekretärin Fuchs sagt voraus, dass der Arbeitskampf gerade wegen des befürchteten Kahlschlags in den Kaufhäusern weitergeht. Die Mitarbeiter hätten schon reichlich Einsparungen hinnehmen müssen. Mehr sei ihnen nicht zuzumuten.

Von Vera König

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