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Meine Stadt Wanderer aus Sehnde sterben nach Sturz in Schneeloch
Hannover Meine Stadt Wanderer aus Sehnde sterben nach Sturz in Schneeloch
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21:44 05.06.2019
Fast 60 Bergretter waren im Einsatz. Sie konnten die beiden Sehnder nur noch Tod bergen. Quelle: Bergrettung Kleinwalsertal
Hannover/Kleinwalstertal

Mitten im heißen Sommer starben sie den Tod in Schnee und Eis: Zwei Wanderer aus Sehnde sind am Mittwochnachmittag in Österreich tot aufgefunden worden.

Dritter Wanderer hatte kein Handy dabei

Die 40 Jahre alte Frau und ihr 41 Jahre alter Lebenspartner waren nach Angaben der Landespolizeidirektion Vorarlberg im Kleinwalsertal, kurz hinter der bayerischen Grenze, durch ein Loch in einer mehr als sechs Meter dicken Schneedecke in einen darunter liegenden Gebirgsbach gefallen. Die beiden waren zusammen mit einem dritten Wanderer auf schwierigen Terrain in etwa 1700 Meter Höhe unterwegs, als das Unglück passierte. In dieser Region sind die Schneemassen des vergangenen Winters noch längst nicht getaut. Dies wurde offenbar der Wandergruppe zum Verhängnis.

Die Wanderer stürzten in dieses Schnellloch. Quelle: Bergrettung Kleinwalsertal

Zuerst stürzte die Frau in das Schneeloch. Ihr Lebensgefährte versuchte ihr zu Hilfe zu kommen. Als er hinunterstieg, rutschte er ebenfalls ab und fiel in das Loch. Damit nicht genug: Der dritte Wanderer trug kein Handy bei sich. Mit leichten Verletzungen und unter Schock stieg er ins Tal zur Hütte ab. Dort rief er den Notruf. Nachdem die Suche am Dienstagabend um 23 Uhr unterbrochen werden musste, konnten die beiden Verunglückten am Mittwoch gegen 14 Uhr 30 Meter abseits des Schneelochs geborgen werden – jedoch tot. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt, sie wird derzeit ermittelt.

Bach durch Tauwasser enorm gefährlich

An der groß angelegten Suchaktion hatten sich fast 60 Bergretter aus der Umgebung beteiligt. Da sie davon ausgehen mussten, dass ein Gebirgsbach die beiden Urlauber unter den meterdicken Schneeschichten mitgerissen haben könnte, kamen Spezialgeräte zum Einsatz. Mit Dampfsonden, einem Lawinensuchhund, einem Leichenspürhund, drei Canyoning-Taucher mit Kanalkameras, mehreren Hubschraubern und sogar einem Bagger hatte man nach den Sehndern gesucht.

Auch für die Bergretter war der Einsatz gefährlich. Quelle: Bergrettung Kleinwalsertal

Aufgrund der Steilheit des Geländes und der massiven Schneemenge war der Einsatz laut Rettungskräften sehr schwierig. Zudem sei nach Angaben der österreichischen Polizei der im Sommer an sich kleine Bach durch das enorme Tauwasser derzeit sehr gefährlich – selbst für die Retter.

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Von Sasche Priesemann und Simon Polreich

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