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Meine Stadt Vorsitzender greift in die Vereinskasse
Hannover Meine Stadt Vorsitzender greift in die Vereinskasse
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15:13 03.12.2018
Foto: Quelle: dpa
HANNOVER

Marc W. (31) bemühte sich um ein möglichst reumütiges Geständnis. „Ich bin schuldig. Ich kann mich nicht mehr im Spiegel anschauen", sagte er am Montag im Amtsgericht. Als Vorsitzender des VfV Hainholz hatte er fast 66 000 Euro veruntreut. Als Grund nannte W. seine Spielsucht.

Amtsrichter Lars Römermann verhängte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. „Ohne Geständnis wären sie eingefahren", sagte der Richter. Der Angeklagte hatte 86 Mal von Mai 2017 bis März 2018 Geld vom Vereinskonto abgehoben. Das Urteil ist rechtskräftig.

„Das ist ein Schauspieler", sagte ein Vereinsmitglied im Gerichtssaal. W. habe sich mit Bachelor vorgestellt, deshalb habe man ihm zum Vorsitzenden gewählt. In Wahrheit hat der Angeklagte nur einen Realschulabschluss, keine Berufsausbildung. Auch sein Geständnis erwies sich als inkonsistent. Er sei bei der Arbeit zusammengebrochen. Die Diagnose habe Depression gelautet. "Ich habe gern und viel gearbeitet, mindestens 50 Stunden in der Woche", sagte er dem Richter. Dann sei ihm wegen krankheitsbedingter Fehlzeiten gekündigt worden. "Ich bin in ein Loch gefallen", begründete Marc W. seine Spielsucht.

Doch Richter Römermann fand schnell heraus, dass W. schon vor seinem Zusammenbruch spielte, dass er häufig bei der Arbeit fehlte. Nach seinem Rauswurf hatte er drei weitere Jobs, die er nicht durchhielt.

„Ich werde immer ein Blauer bleiben“

Die letzte Arbeit schmiss er vor drei Wochen hin. "Der Druck war zu groß", sagt der junge Vater. Ärztliche Atteste, Therapieversuche: Fehlanzeige. Die gerichtliche Auflage von 200 Arbeitsstunden muss der Verurteilte einhalten, ansonsten wandert er ins Gefängnis. So verhält es sich auch mit der Auflage, eine ambulante Therapie zu machen.

Und ist es überhaupt möglich, in zehn Monaten fast 66 000 Euro an Spielautomaten zu verzocken? Das Gericht wusste es nicht. Denn der Angeklagte hatte erst am Montag seinen Anwalt kennengelernt. Der Richter war davon ausgegangen, dass sich Marc W. dem Verfahren entzieht. „Den Haftbefehl hatte ich schon vorbereitet", so der Richter.

Der Angeklagte legte im Gericht einen Treueschwur ab: „Ich werde immer ein Blauer bleiben." Beim VfV Hainholz hat er im Alter von vier Jahren angefangen, Fußball zu spielen.

Von Thomas Nagel

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