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Meine Stadt Vintage Schätze aus zweiter Hand in Hannover
Hannover Meine Stadt Vintage Schätze aus zweiter Hand in Hannover
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07:00 21.01.2019
Katja Rautenberg und ihre Mutter Gudrun Stolte leiten „Vintage Queen“.
Katja Rautenberg und ihre Mutter Gudrun Stolte leiten „Vintage Queen“.  Quelle: Behrens
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Hannover

Hier gibt es in Hannover Kleidung aus zweiter Hand zu kaufen.

Vintage Queen

Wer diesen Laden in der Seitengasse neben dem Historischen Museum betritt, mag kaum glauben, dass es sich bei „Vintage Queen“ um einen Second-Hand-Shop handelt. Das Ambiente: edles Parkett, rosa Wände, Stil bis ins letzte Detail. Die Deko: Das aktuelle Motto heißt „Schneekönigin“ – in den Fenstern stehen Bäumchen mit weißen Federn, Wattekunstwerken und leuchtenden Glasblüten. Die Mode: exquisite Marken im besten Zustand. Katja Rautenberg (53), die den Laden seit April zusammen mit ihrer Mutter Gudrun Stolte (83) leitet, ist zufrieden. „Es soll Spaß machen, hier zu stöbern.“

Zu finden gibt es für Kundinnen Marken wie Prada, Gucci, Dolce & Gabbana, Steffen Schraut oder Woolrich. Rautenberg wählt die Kleidung, die sie in Kommission nimmt, sehr genau aus – „die Sachen dürfen maximal ein bis zwei Saisons alt, also immer noch nah am Trend sein“, betont sie. Und im Idealfall ungetragen aussehen – bei Schuhen wie dem Paar cremefarbenen Gucci-Pumps (359 Euro) ist das Voraussetzung. Die Sohlen sehen fast unberührt aus.

Rautenberg, die zusammen mit ihrer Mutter in der Galerie Luise einst den exklusiven Wäscheladen „Nachtmütze“ leitete und dann jahrelang bei „Donna“ und „Emma“ arbeitete, hat eine große Kartei an modebewussten „Lieferantinnen“ (mit denen sie den Nettoverkaufspreis dann fifty-fifty teilt). „Vielen geht es gar nicht um den Preis, es geht um die Einstellung“, weiß sie. Auch wer viel und oft Geld für Designerware ausgebe, könne Interesse an Nachhaltigkeit haben – denn Second-Hand führt Kleidung zurück in den Zyklus. Kommt neue-alte Ware in Größe 34 bis 44 rein, wird Rautenberg kreativ: „Man kann aus zehn verschiedenen Kleiderschränken tolle neue Kombinationen zusammenstellen.“

Das Sortiment der „Vintage Queen“ ist nichts für den schmalen Geldbeutel. „Wir bedienen eine Nische“, gibt die 53-Jährige offen zu. „Aber die Idee hat uns infiziert. Außerdem war meiner Mutter langweilig.“ Gudrun Stolte mit dem markanten knallroten Schopf steht an der (rosa) Kasse und lebt sich kreativ aus. „Dreimal im Jahr ändere ich das Laden-Motto, alle zwei Wochen die Fenster-Dekoration“, erzählt die rührige Dame. Tochter Katja postet bei Instagram täglich einen Tipp aus dem aktuellen Sortiment.

„Wir können hier Träume wahr machen“, sagt Gudrun Stolte mit Überzeugung. Denn auch wenn die knallgrüne Handtasche von Dolce & Gabbana gebraucht immer noch 798 Euro kostet – es ist wie bei allen „Schätzen“ im Laden nur etwa die Hälfte des für viele unerreichbaren Neupreises.

Vintage Queen: Klostergang 1 (Pferdestraße), Telefon 0511/48 97 79 83. Dienstags bis freitags elf bis 18, sonnabends bis 17 Uhr.

Kaufhaus König

Hier ist der Kunde König: „Meistens findet man etwas. womit man gar nicht gerechnet hat“, sinniert Wolfgang Grieger über den Überraschungs-Effekt im „Kaufhaus König“. In einem Hinterhof-Gebäude an der Lister Meile gibt es auf 650 Quadratmetern viel zum Stöbern: Kleidung und Schuhe – aber vor allem Schmuck und Antiquitäten, Nützliches und Sinnloses für den Haushalt, alte Schallplatten, DVDs, Keksdosen oder Familienerbstücke. Ein Paradies für Schatzsucher.
Seit 2015 kann man im „Kaufhaus König“ Regalmeter mieten und seine Ware bei eigener Preisgestaltung anbieten. Fächer kosten fünf bis sieben Euro pro Woche, Stellflächen im Raum ab fünf Euro, ein Kleiderbügel wird mit zwei Euro berechnet. Die Erfahrung zeigt, dass das Arrangement wichtig ist: „Kunden, die sich um ihre Regalflächen kümmern oder auch mal Preise anpassen, verkaufen deutlich mehr“, sagt Grieger, der täglich neue Ware hereinbekommt.

Übergangsweise gibt es auch Kaffee und Kuchen bei König: Das nahegelegene „Café Lohengrin“ wird nach einem Brand gerade saniert – die Wirtin ist mit abgespecktem Angebot im Shop untergeschlüpft. Regelmäßig findet „Klub im König“ statt – mit Comedy, Kleinkunst und Musik im Foyer.

Kaufhaus König: Lister Meile 35a, Telefon 0511 3889731. Geöffnet montags bis freitags von zehn bis 19 Uhr, sonnabends bis 15 Uhr.

Vallintage

Der Name dieses Shops in der Nordstadt ist ein Kunstwort mit Botschaft: In „Vallintage“ hat Saskia Weber das Signalwort „Vintage“ untergebracht, aber auch das Motto „All of a kind“ – und „alle Richtungen“ will die junge Inhaberin auch unterbringen.

Weber nimmt keine Ware in Kommission, sondern stellt das Sortiment bei Händlern in Paris, Amsterdam und Rumänien zusammen. „Ich will keinen Mainstream“, betont sie. Auf Trends reagiert sie schnell: Suchen Studenten zum Beispiel grelle Polyester-Sportblousons aus den modisch fragwürdigen 80ern, dann werden sie hier fündig.

Das Symbol des Ladens ist ein Turm mit Kleiderhaken dran – „meine Seelenburg“, sagt die Inhaberin. Und die ist einen Besuch wert: rohes Mauerwerk an den Wänden, wuchtige alte Schränke, Industrielampen baumeln von der Decke. Und dazwischen echte Vintage-Ware: „Es geht um wirklich alte Stücke“, erklärt Weber das Konzept. Sie versucht, möglichst minimalistisch zu leben, steht zum Thema Nachhaltigkeit. „Es gibt eine Kooperation mit dem Fachbereich Modedesign der Hochschule zum Thema Upcycling.“ Am 26. Januar werden die Entwürfe der Aktion „#Me“ von zehn bis 20 Uhr beim „Frühshopping “ (solche Events gibt es regelmäßig!) mit DJ-Musik vorgestellt.

Vallintage: Engelbosteler Damm 49, Telefon 0511 21554366. Geöffnet montags bis sonnabends elf bis 19 Uhr.

Ungetragen

Second-Hand-Ware, die aussieht wie „ungetragen“: Regina Schinke, die den gleichnamigen Laden in Linden-Mitte seit neun Jahren leitet, stellt genau diese Ansprüche an Stücke, die bei ihr an den Kleiderbügel dürfen. Die Messlatte kann sie hochlegen: „Ich habe viele Stammkunden, die Ware in Kommission geben.“ Die Folge: Täglich kommt was Neues rein, der Shop ist immer spannend.

Darunter sind Marken wie H&M, aber auch Esprit, G-Star oder Marco Polo. „Ich versuche, den Geschmack der Lindenerin abzubilden.“ Deshalb nehme sie besonders gerne Labels wie Blutsgeschwister oder Bench, die auch in umliegenden Läden verkauft werden. Bei „Ungetragen“ gibt es auch Neuware: Röcke der Manufaktur Miamou oder ausgefallenen Perlenschmuck – „den fertige ich selber“, sagt Schinke.

Ungetragen: Egestorffstraße 18, Telefon 0511/53 48 139. Geöffnet dienstags bis freitags elf bis 18.30, sonnabends zehn bis 14.30 Uhr.

Gänseblümchen

In manchen Lebensphasen wachsen Kinder schneller, als man die nächste Größe kaufen kann: Für viele Eltern ist Second-Hand aber auch eine Überzeugungssache – denn je häufiger die Kleidung auch von Vorbesitzern gewaschen wurde, desto sicherer sind potenzielle Schadstoffe ausgespült worden.

Seit 18 Jahren leitet Vesna Gehrmann das „Gänseblümchen“ in der Südstadt. Auf 30 Quadratmetern führt sie Kinder-Kleidung, aber auch Spielsachen, Taschen, Bücher.

„Ich inspiziere die Ware vorher genau“, versichert sie. Gehrmann ist anspruchsvoll: Billigmarken wie Primark oder Kik nehme sie gar nicht erst in Kommission, Kleidung mit Flecken oder Rissen weise sie zurück. Nach zwei Monaten im Verkaufsraum halbiere sie die Preise, die Kommissionsware werde ständig erneuert.

Gänseblümchen: Bertha-von-Suttner-Platz 27, Telefon 0511/8077922. Geöffnet montags bis freitags von neun bis zwölf und von 15 bis 18 Uhr.

Frau Schrill

Der Name ist Programm: „Unsere Chefin ist eben so“, sagt Nathalie Begic, die seit zehn Jahren bei „Frau Schrill“ in der Südstadt arbeitet. Katja Kölling leitet den Second-Hand-Laden, dessen Sortiment einst ein Farbenrausch war. Inzwischen trägt „Frau Schrill“ die rote Lockenmähne in blond, das Angebot hat sich laut ihrer Mitarbeiterin auch ein wenig gemäßigt.

Das Besondere an dem Laden: „Wir bieten viel Neuware, an der sogar noch der Schnippel des Original-Preisschildes hängt“, so Begic. Klassische Spontan- und Fehlkäufe werden hier in Kommission gegeben und wandern wieder über den Tresen. Die Marken gehen von H&M bis Woolrich, auch Stücke von kleinen Labels und Manufakturen sind dabei – und bleiben maximal drei Monate.

Frau Schrill: Stüvestraße 10, Telefon 0511/88 15 90. Geöffnet mittwochs 16.30 bis 18.30 Uhr, donnerstags und freitags auch zehn bis 13.30 Uhr, sonnabends elf bis 14 Uhr.

Elfie & Ignaz

Hier eine Spitzentischdecke, da ein Holzstuhl, dort eine Kristallvase. Mehr als nur Mode gibt es beim Vintage-Laden „Elfie & Ignaz“ in der Oberstraße 8 in der Nordstadt. Die Möbel und Kleidung kauft Inhaberin Sonay Hardt selber ein, bekommt sie von Haushaltsauflösungen oder Stammkunden. Die NP hatte die 42-Jährige im Sommer 2018 besucht.

Andrea Tratner