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Meine Stadt Verkehr: Hier passieren die meisten Unfälle in Hannover
Hannover Meine Stadt Verkehr: Hier passieren die meisten Unfälle in Hannover
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17:51 10.07.2019
Im November 2017 ist eine Radfahrerin auf der Hildesheimer Straße von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Quelle: Uwe DIllenberg
Hannover

Wo kracht es in der Stadt am häufigsten? Wo ist es für Fußgänger und Radfahrer am gefährlichsten? Aufschluss darüber gibt der Unfallatlas des Statistischen Bundesamts. Die Behörde erfasst hierfür sämtliche, bei der Polizei gemeldeten Unfälle mit verletzten Personen und veröffentlicht diese auf einer interaktiven Karte. Im gröberen Maßstab werden Straßenabschnitte von fünf Kilometern Länge betrachtet – rote Bereiche zeigen eine besonders hohe Unfallhäufigkeit. So wird es schnell deutlich, an welchen Orten sich die Probleme ballen. Wer weiter hineinzoomt, kann am Ende jeden einzelnen Unfallort als roten Punkt erkennen und darüber die wichtigsten Daten (schwere der Verletzung, beteiligte Verkehrsteilnehmer) erfahren.

Bislang hat das Statistische Bundesamt in dem Atlas nur die Zahlen für das Jahr 2017 veröffentlicht. Die Daten für das vergangene Jahr sind noch nicht eingetragen. In Niedersachsen gab es 2018 zwei Prozent weniger Unfälle, aber 14 Verkehrstote mehr als noch im Vorjahr. Besonders deutlich ist der Anstieg bei getöteten Radfahrern auf E-Bikes oder Pedelecs.

Viele Unfälle am Königsworther Platz

Für 2017 zeigt sich, dass in Hannover insbesondere der Friedrichswall und die Lavesallee einer der Unfallschwerpunkte ist. Aufmerksamkeit ist auf der Marienstraße ebenfalls nötig – denn zwischen dem Henriettenstift und dem Braunschweiger Platz knallt es deutlich häufiger als andernorts. Auch der Bereich vom Königsworther Platz bis hin zur Vahrenwalder Straße ist ein gefährliches Pflaster. Markant ist hier die Schloßwender Straße in Höhe des Klagesmarkts. Hier waren vor allem Radfahrer an Zusammenstößen beteiligt.

Lesen Sie hier: Wie gefährlich ist Radfahren in Hannover?

Besonders sticht auch ein Abschnitt auf der Celler Straße in Höhe der Bahnunterführung hervor. An der Kreuzung zur Herschelstraße hat es alleine elf Unfälle gegeben.

Grün-Trennung am Industrieweg

Mit Blick auf das vergangene Jahr fehlen einige Unfallschwerpunkte in der Karte, weil diese noch dort noch nicht erfasst sind – etwa die Einmündung des Industriewegs an der Vahrenwalder Straße. Dort verstarb ein elfjähriger Radfahrer, der von einem Lastwagen überrollt worden ist.

Nach einem weiteren Unfall will die Stadt die Kreuzung nun entschärfen. Autos und Lastwagen, die nach rechts in den Industrieweg abbiegen wollen, sollen an der Ampel nicht mehr gleichzeitig Grün mit dem geradeausfahrenden Radfahrern erhalten.

Schlechte Noten für Hannover im Lagebericht

Zuletzt machte der „Lagebericht“ der Stadt Hannover deutlich, wie groß das Problem ist. In dem Großstädtevergleich schneidet Hannover in der Verkehrssicherheit schlecht ab.

Beispiel ältere Menschen: Das Risiko für Über-65-Jährige, auf oder neben der Straße verletzt oder getötet zu werden, ist nirgendwo so groß wie Hannover, ein trauriger erster Platz mit 34 Unfallopfern pro 10.000 Einwohnern. Auf dem zweiten Platz folgt Bremen mit 31 Unfallopfern. Am sichersten leben Senioren in Stuttgart: Hier gibt es 16 Fälle je 10.000 Einwohner, also weniger als die Hälfte. „Wir werden diese Zahlen sehr konkret besprechen und mit der Stadt ein Konzept erarbeiten“, sagt Monika Stadtmüller von der Seniorenvertretung der Landeshauptstadt.

Zum einen seien ältere Menschen manchmal nicht bereit, einen längeren Weg zur Ampel in Kauf zu nehmen – und unterschätzen dann die Geschwindigkeit, mit der sich die Autos nähern. Besonders mache aber der Radverkehr Probleme. „Wir haben sehr häufig Beschwerden darüber, dass Radfahrer nicht die Radwege nutzen, sondern auf den Fußwegen fahren“, berichtet Stadtmüller. Dies betreffe ausdrücklich auch Senioren. „Wir bräuchten die Einsicht, dass man eventuell auch mal schieben kann.“

Schon lange weist der ADFC auf die Gefahren hin

Tatsächlich sind auch unabhängig vom Alter Radfahrer in Hannover besonders häufig Opfer von Unfällen – erneut Platz 1 im Großstädtevergleich, 21 Fälle pro 10.000 Einwohnern. In Essen sind es nur 5.

Schon lange weist der Radfahrclub ADFC auf die Gefahren hin: „Es fühlt sich manchmal an, als glaubte man, auf Radfahrer ließe sich verzichten“, sagt Sprecher Eberhard Röhrig-van der Meer. „Schlechte Baustellenführung, zugeparkte Radwege, es sind viele kleine Dinge, auf die man achten muss.“

Wie wichtig das ist, zeigte sich erst kürzlich an der Vahrenwalder Straße, Ecke Industrieweg – nach einem erneuten schweren Abbiegeunfall ging die Stadt dort endlich auf eine Forderung des ADFC nach getrennten Grünphasen ein. „Wäre das schon eher passiert, wäre dieser Unfall nicht passiert.“

Von Sascha Priesemann und Fabian Mast

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