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Meine Stadt Radfahrer wegen Totschlags angeklagt
Hannover Meine Stadt Radfahrer wegen Totschlags angeklagt
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00:18 14.02.2019
NACH DEM VORFALL: Blumen und Kerzen anlässlich einer Mahnwache im Oktober für den in Linden-Nord an der Limmerstraße zu Tode geprügelten Ilja T. Quelle: Foto: Heidrich
Hannover

Der Mann, der im Oktober einen Fußgänger letztlich zu Tode geprügelt hat, muss sich deswegen wohl ab Anfang April vor dem Landgericht Hannover verantworten: Die Staatsanwaltschaft hat nach Informationen der HAZ ihre Klageschrift fertig und den Beteiligten übermittelt. Darin bezichtigt sie den 28-jährigen Muhamin C. des Totschlags. Für Totschlag drohen im Falle eines Schuldspruchs fünf bis 15 Jahre Haft; wird der Fall als besonders schwer eingestuft, kann es auch lebenslänglich geben. In minder schweren Fällen sind Strafen von einem bis zehn Jahren vorgesehen.

Auf Nachfrage bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft, dass die Akte unterwegs sei, man aber noch keine Meldung erhalten habe, ob sie bei den Adressaten angekommen ist – zum Inhalt gab sie sich daher bedeckt.

Der Vorfall ereignete sich am 8. Oktober auf der Limmerstraße im Stadtteil Linden-Nord: Ilja T. (40) war wohl etwas unaufmerksam unterwegs, agierte mit seinem Handy, während er die Straße querte – darum musste der heranradelnde Muhamin C. bremsen und ausweichen. Es begann ein Streit, in dessen Verlauf der Radfahrer (wie danach zugegeben) mindestens zwei Mal zugeschlagen hat – bevor er es laut Zeugen noch einmal tat, als der geprügelte sich wieder aufrichten wollte. Ilja T., Unternehmer und Kassenwart im Vorstand des Basketballvereins Hannover Korbjäger, wurde so schwer verletzt, dass er einige Tage im Koma lag und starb. Der Verein zog darauf alle Mannschaften aus den Spielrunden zurück.

Der Schläger sitzt seither in Untersuchungshaft, hat außer den zwei Hieben nichts zugegeben und schweigt seither. Laut Staatsanwaltschaft muss eine Hauptverhandlung vor Gericht binnen sechs Monaten nach der Inhaftierung beginnen – in diesem Fall sei das spätestens der 10. April. Eine Blutuntersuchung damals hatte zutage gebracht, dass der Täter wohl vor nicht allzu langer Zeit Drogen konsumiert hatte (Cannabis).

Womöglich wird dem Beschuldigten vor Gericht auch negativ ausgelegt, dass er ein aktiver Kampfsportler war. Für die Staatsanwaltschaft sei das für die Anklage „aber erst mal nicht von besonderem Belange“. Das Muhamin C. wegen Totschlags angeklagt wird und nicht wegen Körperverletzung mit Todesfolge, erklärt die Sprecherin so: „Wer wie hier so heftig zuschlägt, nimmt den Tod wohl billigend in Kauf – das waren je mehrere wuchtige Schläge gegen den Kopf. Und da muss man eine Tötung mit in Betracht ziehen, deswegen sehen wir hier bedingten Vorsatz.“

Von Ralph Hübner

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