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Meine Stadt Illegale Raubkopien: Vater zahlt Tausende Euro
Hannover Meine Stadt Illegale Raubkopien: Vater zahlt Tausende Euro
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17:46 29.10.2018
Foto: Quelle: dpa
Hannover

Eltern haften für ihre Kinder: Was früher nur zur Abschreckung vor spielenden Knirpsen gedacht war, hat in digitalen Zeiten finanzielle Auswirkungen. Erst recht, seit dem der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Oktober 2018 das „Filesharing-Urteil“ gesprochen hat. So muss der Inhaber eines Internet-Anschlusses für Urheberrechtsverstöße haften, auch wenn sie von einem Familienmitglied begangen worden sind. Der Bundesgerichtshof hatte bis dahin eine andere Rechtsauffassung vertreten.

Vater hat seinen Sohn gewarnt

Was das bedeutet, musste am Montag Henning Meier (Name geändert) erfahren. Er hatte von der Koch Media GmbH in 2013 zwei Abmahnungen erhalten. Über sein PC wurden die Spiele „Dead Island“ und „Saints Row“ illegal heruntergeladen. „Ich war das nicht, mein Sohn hat das gespielt.“ Der Sohn war damals 12 Jahre alt. Er habe sein Kind vor dem Herunterladen von Computerspielen gewarnt.

Doch Kontrolle und Ermahnung nützen juristisch nichts. „Das Problem bei Urheberrechtsverletzungen ist, dass es so einfach geht“, meinte Zivilrichterin Sabine Bruhns. Für das illegale Herunterladen von kostenpflichtigen Computerspielen ist ein Tauschbörsenprogramm nötig. Darüber können dann alle Nutzer dieses Programms von der Urheberrechtsverletzung profitieren.

1800 Euro Schadensersatz verlangt

Für die erste illegale Beschaffung von „Dead Island“ zahlt der Vater noch 130 Euro im Monat ab. Er muss 700 Euro für die Urheberrechtsverletzung und 800 Euro Verfahrenskosten zahlen. Für „Saint Row“ verlangte der Kläger 1800 Euro.

Richterin Bruhns machte aber deutlich, dass das zuviel sei. Man habe sich gerade mit dem Landgericht Hannover darauf geeinigt, in solchen Fällen die Kosten zu deckeln; die Summe lautet für eine Urheberrechtsverletzung 600 Euro Schadensersatz. So verglichen sich die Parteien dann auch. Für die zweite Urheberrechtsverletzung seines Sohnes zahlt der Vater 600 Euro an die Koch Media AG.

Der Anwalt des Klägers, Jean Gutschalk, erklärt: „Auf Grund der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Vaters ist dieser Vergleich sinnvoll.“ Der Mann lebt derzeit von Hartz IV. Und ihn erwarten noch etwa 700 Euro Verfahrenskosten. Und ob der Vater Prozesskostenhilfe bekommt, ist derzeit auch ungewiss. Denn er verfügt über eine bereits bezahlte Eigentumswohnung.

Eine Notiz am Rande: Die Computer-Spiele, die der 12-Jährige spielte, waren erst ab 18 Jahren freigegeben.

Von Thomas Nagel

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