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Meine Stadt Urteil: Kinderverbot im Hotel zulässig
Hannover Meine Stadt Urteil: Kinderverbot im Hotel zulässig
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00:15 26.01.2013
Von Annette Rose
ABGEWIESEN: Anwalt Michael Falke wehrt sich mit Ehefrau und Sohngegen den „Nur Erwachsene“-Trend in Urlaubshotels. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Anwalt Michael Falke und seine Familie haben den Streit mit Reiseveranstalter Schauinsland um ein Kinderverbot im Hotel Luabay Galatzo auf Mallorca verloren. Sohn Leon (6) war hier im Sommer 2012 nicht mehr erwünscht. Richter am Landgericht halten das für zulässig.

Es sei keine Diskriminierung von Familien, wenn ein einzelner Hotelier sein Angebot auf die Zielgruppe Erwachsene zuschneide und der Reiseveranstalter das im Prospekt angebe, begründete Richterin Uta Weißenborn das Urteil. Dies sei eine Einzelfall-Entscheidung. Wenn ein Hotel keine Zielgruppenbegrenzung habe, zum Beispiel ein Flughafen-Hotel, dürften Familien auch nicht abgewiesen werden.

Anwalt Falke hatte mit Ehefrau Janine und Sohn vor dem Landgericht auf 6000 Euro Schmerzensgeld geklagt. Er wolle gegen den Trend von Kinderverboten in Urlaubshotels ein Zeichen setzen und bei Klageerfolg das Geld für ein Kinderprojekt spenden, sagte er. Die Falkes hatten im Mai 2012 wieder ein Familienzimmer im Hotel „Luabay Galatzo“ buchen wollen. Das war nicht mehr möglich, weil das Hotel nach einem Inhaberwechsel zur Wellness-Oase für „Adults only“ geworden ist.

„Für den Hotelier gilt Privatautonomie“, erklärte Gerichtssprecher Matthias Kannengießer. Er sei nicht verpflichtet, mit jedermann Verträge zu schließen. Wenn er ein Hotel für Ruhesuchende führe, sei das keine Diskriminierung von Familien, sondern ein besonderes Geschäftskonzept und ein sachlicher Grund für Ungleichbehanlung. Die Entscheidung überrasche ihn nicht, sagte Falke. Er kündigte Berufung an. Im März erwarte die Familie wieder Nachwuchs, er habe allen Grund, gegen Familiendiskriminierung zu streiten. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbiete eine Diskriminierung im Geschäftsverkehr, wenn Verträge in vielen Fällen zu gleichen Bedingungen geschlossen werden. Hotelverträge seien nach seiner Meinung Massengeschäfte, bei denen Ausgrenzung unzulässig sei: „Dazu soll das Oberlandesgericht Stellung beziehen.“