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Meine Stadt Urlaubschaos am Flughafen Hannover
Hannover Meine Stadt Urlaubschaos am Flughafen Hannover
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00:17 23.07.2018
Bedient: Elisa Kizilhan, Birsen Koknez und Leyla Ekinci (von links) wollen mit Kindern nach Gran Canaria. Ihr Flug hat fast 20 Stunden Verspätung. Quelle: Fotos: Heusel
Langenhagen

Bettina Bury aus Uetze steht am Terminal C des Flughafen in Langenhagen und fotografiert mit ihrem Smartphone die Anzeigetafel. Dort wird über diverse Verspätungen informiert. Einsamer Spitzenreiter: Olympus Airways – mit 60 Stunden. Ihre Freundin Simone Heine wollte einen Flug am Mittwochmorgen nehmen. „Sie und ihre Familie haben dann aber umgebucht und das Geld wiederbekommen“, sagt Bury.

Grund für die heftigen Verspätungen bei Olympus Airways, die erst seit Beginn des Sommerflugplans Hannover anfliegen: „Aufgrund eines technischen Defekts am Dienstag auf Gran Canaria musste die operierende Ma­schine für einige Stunden gewartet werden“, erklärte Marc Puiskens, Prokurist bei Involatus. Das Unternehmen mit Sitz in Kaarst bei Düsseldorf verkauft Sitzplatzkontingente an Reiseveranstalter, Reisebüros und Direktkunden. Der Flugzeugausfall auf den Kanaren habe zahlreiche Folgeverspätungen ausgelöst.

„Uns wurde angeboten, in Magdeburg zu übernachten“

Puiskens: „Folglich mussten die Passagiere den verschobenen Abflugzeitpunkt in Kauf nehmen. Während der Verzögerungen wurden die Kunden durch die Handling-Agentur am Flughafen betreut, mit Verzehrgutscheinen versorgt oder in Hotels untergebracht.“ Diese Betreuung kam bei den Betroffenen jedoch nicht so gut an. Freitag sollte um 3.20 Uhr der nächste Olympus-Flug nach Gran Canaria ge­hen. „Wir standen gerade in der Schlange zur Gepäckaufgabe, als wir durch Zufall von Leuten hinter uns erfahren haben, dass der Flug Verspätung hat“, erzählt Leyla Ekinci. Die betrug da bereits rund 13 Stunden. Ihr Glück im Unglück war, dass sie zur Überbrückung nach Hause fahren konnten. „Uns wurde angeboten, in Magdeburg zu übernachten. So ein Schwachsinn“, regt sich auch Magdalena Kolaska auf. Die Frau aus Vinnhorst konnte ebenfalls die Wartezeit zu Hause mit Mann Xaver und den Töchtern Clarissa und Rebecca verbringen. Als die Familie dann jedoch am Freitagmittag wieder zum Flughafen fuhr – die nächste Überraschung. Der Flieger sollte nun erst um 21.15 Uhr starten. Besonders sauer ist sie, dass von der Airline selbst keinerlei Entschuldigungen kamen. „Das ist eine Frechheit. Wir fühlen uns komplett verarscht“, sagt Kolaska.

Auch bei Tuifly gab es Verspätungen. Diese waren durch einen geplatzten Reifen ausgelöst worden. Dabei sei auch das Bugfahrwerk einer Boeing 737 beschädigt worden, sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt.

Den ganzen Tag im Flughafen verbracht

Die größten Pechvögel dieser Wo­che waren aber wohl zweifelsohne Simone, Marco und Nick Heine. Die Familie aus Uetze wollte den Flieger mit der Rekordverspätung am Mittwochmorgen nehmen. „Es war ein einziges Hin und Her“, sagt Simone Heine, „von der Airline gab es keinerlei Entgegenkommen. Das ist unmöglich.“ Auch sie fuhr mit ihren beiden Männern zwischenzeitlich immer wieder nach Hause. Donnerstag verbrachte sie dann den ganzen Tag am Flughafen. Immer wieder wurde der Flug weiter verschoben: „Wir haben uns dann alles schriftlich geben lassen und die Zusage bekommen, die Kosten zu­rückzuerhalten.“ Noch am selben Abend buchte Heine einen Alternativurlaub im griechischen Patras. Geplante Abflugzeit: Freitag, 14.05 Uhr. Doch dabei blieb es nicht.

Auch der nächste Urlaub beginnt für die Heines mit einer satten Verspätung. Geplante Abflugzeit nun: Sonnabend, 10.35 Uhr. Gute Erholung!

Von T. Gilgen und A. Körlin