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Meine Stadt Unkraut-Roboter made in Hannover: Starthilfe für Start-Ups
Hannover Meine Stadt Unkraut-Roboter made in Hannover: Starthilfe für Start-Ups
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18:44 08.07.2019
Künstliche Intelligenz für Landwirtschaft: Manuel Ufheil vor seinem Roboter, der Unkraut jäten kann. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Robotik und Automation made in Hannover. Die Leibniz-Uni wird mehr und mehr zur Brutstätte von innovativen Start-Ups. Drei Gründungsteams stellten am Montag ihre Geschäftsmodelle vor, die sie im Rahmen eines studienbegleitenden Tutoriums entwickelt haben. Die Bandbreite reicht vom Roboter, der Unkraut jätet, bis hin zur künstlichen Intelligenz, die maßgeschneiderte Schuhe anfertigt.

Die Inspiration für das Unternehmen „Corvitac“ holte sich Manuel Sprehe auf dem elterlichen Bauernhof. Mit den Kollegen Timo Kaiser und Yhuon Luo hat er eine Software für das Zählen von Ferkeln in der Landwirtschaft entwickelt. Künstliche Intelligenz, die die Tiere über eine Kamera erkennt, nimmt dem Menschen das Zählen von Hand ab. Denn das sei nicht nur fehleranfällig sondern auch zeitintensiv und mitunter stressig für die Tiere. „Auch andere Tiere lassen sich damit berührungslos und genau zählen“, so Sprehe.

Künstliche Intelligenz hilft im Schweinestall

Er ist einer der Jungunternehmer, die über das Projekt „Student Accelerator: Robotics und Automation“ gefördert wurden. Die Arbeit der Tüftler ist in ein Tutorium des Mechatronik-Zentrums Hannover (MZH) der Leibniz-Uni eingebettet und wird finanziell von der Region unterstützt. Geld, mit dem Studenten den Bau von Prototypen finanzieren können. „Die Unterstützung von jungen Start-Ups in Robotik und Automation ist ein wichtiges Instrument, um den Studierenden eine berufliche Perspektive zu eröffnen und das hervorragende Knowhow am Robotikstandort Hannover zu stärken“, sagte Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region, der sich am Montag selbst ein Bild von den innovativen Geschäftsmodellen der Studenten machte.

Künstliche Intelligenz im Schweinestall: Manuel Spreher erklärt, wie die Technik zuverlässig die Tiere erkennt und zählt. Quelle: Nancy Heusel

Roboter jätet Unkraut

Um Pflanzen statt Ferkel geht es bei der Idee von „Fenntec“. Das Team von Johannes Schulz, Manuel Ufheil und Frank Stollmeier hat einen Roboter entwickelt, der auf Feldern zielsicher Unkraut jätet. Geringe Kosten und die Vermeidung von umweltschädlichen Herbiziden machen den Roboter für Bio-Landwirte hochinteressant, aber auch die konventionelle Landwirtschaft soll zukünftig profitieren. „Strengere Umweltauflagen und herbizidresistente Unkräuter sind für unseren Roboter kein Problem“, so Co-Gründer Manuel Ufheil. Der leichte Roboter vermeidet außerdem eine schädliche Verdichtung des Bodens und arbeitet besonders energieeffizient. Die Unterscheidung von Nutzpflanzen und Unkraut sowie das sichere Navigieren auf einem Feld funktionieren schon tadellos. „Lediglich an dem Werkzeug zum Entfernen des Unkrauts arbeiten wir noch“, so Ufheil.

Vollautomatisiert zum maßgeschneiderten Schuh

Dritter im Bunde der kreativen Start-Ups made in Hannover ist das Unternehmen „Modum“. Das vierköpfige Team hat ein Verfahren zur industriellen Herstellung von Maßschuhen entwickelt. Der Kunde fotografiert per App seinen Fuß, der so bis auf einen halben Millimeter genau vermessen wird. Der passende Schuh wird anschließend vollständig automatisiert konstruiert und schließlich in einer Partnerfirma in Portugal produziert. Menschen, deren Füße nicht in einen herkömmlichen Konfektionsschuh passen, die viel im Stehen arbeiten oder besonderen Wert auf klassische Schuhe legen, bekommen so eine individuelle Passform nach Maß. „Derzeit bereiten wir mit unseren Produktionspartnern in Portugal den Markteinstieg zum Anfang des kommenden Jahres vor“, erklärt Milad Mafi. 400 bis 500 Euro werden die ersten Exemplare kosten. Deutlich weniger als herkömmliche Maßschuhe, für die Kunden bis zu 2000 Euro hinlegen müssen. Kosten spart das Start-Up unter anderem bei der Produktion der Leisten. „Die kommen aus dem 3D-Drucker“, so Mafi.

Per App zum maßgeschneiderten Schuh: Beim Start-Up „Modum“ von Milad Mafi laufen alle Arbeitsschritte bis zur Fertigung automatisiert ab. Quelle: Nancy Heusel

Aus dem Strukturfonds der Leibniz-Uni sind seit Projektbeginn 2016 insgesamt rund 223.000 Euro in das Accelerator-Projekt geflossen, die Region Hannover hat rund 17.000 Euro beigesteuert. Bisher ist für die drei Teams eine Gesamtfördersumme von 363.000 Euro bewilligt worden.

Von André Pichiri

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