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Meine Stadt Verschwunden, ermordet, nie vergessen: Diese acht Verbrechen sind noch nicht aufgeklärt
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Ungeklärte Kriminalfälle in Hannover: Bleiben diese acht Verbrechen ungesühnt?

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14:24 09.07.2020
Ungelöste Verbrechen: Ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts (LKA) Hannover analysiert an dem Monitor eines Scanners einen Fingerabdruck. Quelle: Jochen Lübke/dpa
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Hannover

Vergewaltigt, ermordet, zerstückelt: Es gibt Fälle, die die Polizei über Jahre beschäftigt. Weil die Täter nicht ermittelt werden können, das Motiv fehlt – oder sogar die Toten unbekannt sind.

Für die Angehörigen der Opfer ist dies eine besondere Belastung – sie können nicht mit dem Geschehen abschließen.

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In einer Artikel-Serie erzählt die Neue Presse die Geschichte der Opfer und der Hinterbliebenen.

Diese spektakulären Mordfälle sind noch nicht gelöst

Der Fall Annika Brill

Erstochen: Annika Brill (damals 20).

Die 20-jährige Annika Brill wird am 27. November 2011 vor ihrer Haustür an der Kohlrauschstraße (Mitte) plötzlich angegriffen. Der Täter sticht 21-mal auf die junge Frau ein, die nur kurz Zigaretten holen wollte, Sie verblutet, der Unbekannte kann fliehen. Zeugen können eine gute Beschreibung liefern – trotzdem wird der Mann nicht gefasst.

Die komplette Story: Warum musste Annika Brill sterben?

Der Fall Annette Peus

Erdrosselt: Annette Peus (damals 15). Quelle: dpa

Die 15-jährige Annette Peus will am 27. September 1996 von ihrem Wohnort Mardorf mit dem Bus ins benachbarte Eilvese zur Jazz-Gymnastik fahren. Dort kommt sie nie an. Drei Wochen lang gilt die Schülerin als vermisst. Am 18. Oktober 1996 findet ein Landwirt sie tot in einem Maisfeld – nackt, vergewaltigt, erdrosselt.

Die komplette Story: Wird der Mord an Annette Peus nie aufgeklärt?

Der Fall Inka Köntges

Verschwunden: Inka Koentges (damals 29) .

Es ist der wohl mysteriöseste Vermisstenfall Hannovers: Am 10. August 2000 verlässt Inka Köntges (29) ihre Wohnung in der List, verabschiedet sich von ihrem Ehemann. Sie will morgens mit dem Fahrrad zur Medizinischen Hochschule – erreicht ihre Arbeitsstelle aber nicht. In der Eilenriede will sie ein Zeuge gesehen haben. Seitdem ist Inka Köntges verschwunden – und die Polizei hat nicht die geringste Spur gefunden.

Die komplette Story: Inka Köntges – eine Frau verschwindet spurlos

Der Fall Bernd Mokijewski

Zerstückelt: Bernd Mokijewski (70).

Bernd Mokijewski war in Herrenhausen als der „Mann am Fenster“ bekannt. Täglich schaute der Rentner aus seiner Hochparterre-Wohnung an der Haltenhoffstraße. Dann wird er in seiner Wohnung umgebracht – erste Leichenteile von ihm tauchen am 3. August 2015 im Mittellandkanal auf. Der Täter hat den 70-Jährigen zerstückelt und seine sterblichen Überreste in Plastiksäcke gepackt.

Die Leichenteile am Maschsee

Eine extrem gruselige Serie: Am 26. September 1975 findet ein Arbeiter am Wasserkraftwerk Schneller Graben den Torso einer Frau. Bis zum 18. Dezember 1977 legt der Unbekannte immer wieder Leichenteile in der Stadt an markanten Punkten ab. Am Ende sind 13 Teile von sechs Leichen – und die Polizei konnte den Täter nicht finden. Auch wissen die Ermittler nicht, wer die Toten sind – und was die Todesursachen sind.

Der Fall Alexander Wart

Erschossen: Alexander Wart (damals 19).

Die überdachte Bank am Eingang der Berufsbildenden Schulen 14 im Roderbruch (Groß-Buchholz) war der Ort, an dem sich Alexander Wart gerne mit Freunden traf. So auch am 27. Februar 1995. An jenem Freitagabend sitzt der 19-Jährige dort mit einem Kumpel (17), um ein Bier zu trinken. Am Ende des Tages ist der Auszubildende tot. Erschossen von einem Mörder, der bis heute unbekannt geblieben ist.

Der Fall Yasmin Stieler

Getötet: Die damals 18-jährige Yasmin Stieler aus Uelzen.

Sie will nach Braunschweig in die Disco, die 18-jährige Yasmin Stieler nimmt am 5. Oktober 1996 von Uelzen aus den Zug. Dann verschwindet sie. Rund zwei Wochen später findet ein Anwohner den Torso des Mädchens an einem Bahndamm in Vechelde. In den Ricklinger Teichen entdecken Spaziergänger die Beine, der Kopf wird in Hämelerwald entdeckt. Die Polizei ist sich sicher, den Täter zu kennen. Es kommt aber nicht zu einer Anklage.

Der Fall Simone Müller

Verscharrt: Simone Müller (damals 29).

Die Prostituierte Simone Müller (29) verschwindet am 4. August 2007 vom Straßenstrich an der Herschelstraße. Schnell wird den Ermittlern klar: Es muss ein Mord passiert sein. Die Leiche taucht erst am 29. Juli 2009 auf – sie ist verscharrt in der Nähe der Wunstorfer Asbesthalde. Ihr Freund gerät unter Verdacht, er muss sich vor Gericht verantworten – und wird freigesprochen.

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Von Christian Lomoth