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Meine Stadt Unfallstatistik: Radfahrer und Senioren leben immer gefährlicher
Hannover Meine Stadt Unfallstatistik: Radfahrer und Senioren leben immer gefährlicher
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18:48 29.03.2019
Tödlicher Ausgang: In Burgdorf starb in Folge eines Abbiegeunfalls eine Schülerin. Quelle: Elsner
Hannover

Allein 15 Verkehrstote hat es im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover im vergangenen Jahr auf der Autobahn 2 geben – im vergangenen Jahr waren es drei. „Das bereitet uns große Sorgen“, sagte Polizeivizepräsident Jörg Müller am Freitag bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsberichtes. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 400 Prozent“. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle um 1,6 Prozent von 37.324 auf 36.721 gesunken, die Zahl der betroffenen Personen jedoch gestiegen.

Dramatischer Anstieg bei getöteten Lkw-Fahrern

Allein 48 Personen sind im vergangenen Jahr getötet worden, ein Mensch mehr als im Vorjahr. Davon sind allein 17 Personen im Pkw (19 im Vorjahr), zehn im Lkw (drei im Vorjahr), sieben Radfahrer (acht im Vorjahr) sowie sieben Fußgänger (zwölf im Vorjahr) ums Leben gekommen. Besonders auffällig ist der Anstieg der getöteten Lkw-Fahrer. „Dieser ist ausnahmslos auf die Bundesautobahn 2 zurückzuführen“, sagte Müller. Grund für die hohe Zahl sei vor allem die Baustelle zwischen Hämelerwald und Lehrte gewesen, wo sich viele Unfälle durch das Auffahren eines Lkws auf das Stauende ereignet hätten. Wolfgang Horn, Leiter des Zentralen Verkehrsdienstes erklärte, dass dort für dieses Jahr keine längeren Baustellen geplant seien. In diesem Quartal sei die Zahl mit zwei Toten auf der Autobahn 2 unter dem Schnitt des vergangenen Jahres.

Als Hauptursache für Unfälle mit Getöteten nennt die Polizei überhöhte Geschwindigkeit (20 Prozent) sowie mangelnden Sicherheitsabstand (elf Prozent). „Auch Ablenkung durch Handy, Zigarette oder Radio ist ein Thema“, machte Müller deutlich. Ebenfalls „stark gestiegen“ sei die Zahl der Schwerverletzten, so Müller. Sie liegt mit einem plus von 8,1 Prozent bei 5844 (im Vorjahr 5532) und damit nach Angaben der Polizei auf einem Zehn-Jahres-Hoch. bei den Leichtverletzten gab es einen Anstieg um 5,6 Prozent auf 682 Personen (im Vorjahr 631).

Zahl verunglückter Radfahrer steigt um 16,6 Prozent

Die Zahl der verunglückter Kinder ist im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent von 459 auf 413 gesunken. Bei den jungen Erwachsenen gibt es dagegen einen leichten Anstieg von 897 auf 909. Anders sieht es bei den verunglückten Senioren aus. Hier verzeichnet die Polizei einen neuen Höchststand. Allein im Vergleich zum Vorjahr stiegt die Zahl von 809 auf 915 (13,1 Prozent).

Immer wieder zum Opfer des Straßenverkehrs werden vor allem Radfahrer. Seit 2015 steigen diese Zahlen stetig. Im Vergleich zum 2017 gibt es einen Anstieg von 16,6 Prozent auf 2057 Verunglückte. Besonders auffällig ist dabei die Zahl der Pedelec-Fahrer. Waren 2017 noch 102 Personen verletzt worden, sind es 2018 bereits 189 Personen gewesen. „Die Zahl Pedelec Nutzer steigt rapide“, so Müller. Das sei vor allem demografisch begründet, da Mobilität bei Senioren eine immer höhere Bedeutung habe. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Stadtbahnen blieb auf einem gleichbleibenden Niveau.

Simulator verdeutlicht Gefahren

Die knapp 5000 Präventionsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie über 250 Veranstaltungen für Senioren will die Polizei künftig weiter ausbauen. Start der neuen Kampagne „Pedelec fahren, aber sicher“, soll im zweiten Quartal gestartet werden. „Die Senioren erreichen auf den Pedelecs sehr schnell hohe Geschwindigkeiten und werden davon überrascht“, erklärte Müller. In einem Parkour sollen verschiedene Szenarien geübt werden.

Außerdem wird im Rahmen der Kampagne „Abgelenkt ist...neben der Spur“ künftig ein Simulator zum Thema Ablenkung zum Einsatz kommen. Dabei fährt die Testperson in der Innenstadt oder auf einer Landstraße und wird zwischenzeitlich von eingehenden Nachrichten oder Aufforderungen eines Smartphones abgelenkt, das rechts vom Lenkrad angebracht ist. Während der Ablenkungsversuche bremst zum Beispiel plötzlich das vorweg fahrende Auto oder ein Fußgänger überquert die Fahrbahn.

Sowohl beim Test von Polizeivizepräsident Jörg Müller, als auch im NP-Selbstversuch wird deutlich, dass die Reaktionszeit deutlich geringer ist, als sie vorher eingeschätzt wurde. Das Kreuzen eines anderen Autos konnte durch eine eingehende Nachricht nicht rechtzeitig bemerkt werden – es kam zum Unfall. Zum Glück nur in dem Simulator, doch im echten Leben hätte dieser Unfall fatale Folgen haben können. Zwölf verschiedene Szenarien kann das 9500 Euro teure Gerät abspielen. Künftig soll der Simulator auf verschiedenen Veranstaltungen zum Einsatz kommen und Autofahrer für die gravierende Ablenkung durch ein Handy sensibilisieren.

Zudem will die Polizei Hannover künftig vermehrt Schwerpunkte im Bereich der Verkehrsüberwachung wie Ablenkung und Abstand setzen. Dabei steht insbesondere die Autobahn 2 im Fokus.

Von Cecelia Spohn

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