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Meine Stadt Umweltminister Lies: „Der Wolf wird getötet“
Hannover Meine Stadt Umweltminister Lies: „Der Wolf wird getötet“
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22:25 09.07.2019
Der Wolf: Hier läuft ein Canis Lupus durch sein Gehege im bayerischen Wildpark Poing. Quelle: dpa
Hannover

Umweltminister Olaf Lies (SPD) will den Problemrüden aus dem Rodewalder Rudel weiterhin töten lassen – bisher ist das nicht gelungen.

Bio-Landwirt Felix Prinz zu Löwenstein fordert wolfsfreie Zonen. Wäre das eine Möglichkeit für Sie?

Ich habe Verständnis dafür, dass es unter den Landwirten Bedenken gibt. Allerdings unterliegt der Wolf einem starken europäischen Schutz-Regime. Demnach gibt es die Verpflichtung, dass der Wolf flächendeckend Lebensraum zur Verfügung haben muss. Natürlich könnte man eine europäische Änderung anstreben. Allerdings ist dies ein sehr langwieriger Prozess. Für uns heißt es deswegen, dort, wo es Probleme gibt, konsequent durchzugreifen.

Und wie sieht dieses Handeln aus?

Inzwischen konkretisieren sich die Ausnahmegenehmigungen. Diese sind die Grundlage dafür, dass der Wolf entnommen werden kann. Das reicht aber nicht. Es muss auch gelingen, auf die Kompetenz von Jägern zurückzugreifen. Um künftig gemeinsam Entnahmen vornehmen zu können.

Wie stellen Sie sich das vor?

Der Wolf ist nicht im Jagdrecht verankert. Also haben die Jäger grundsätzlich auch nichts mit ihm zu tun. Auf Bundesebene werden nun Änderungen an dem Bundesnaturschutzgesetz vorgenommen. Ziel ist es, die Jäger künftig einbinden zu können; sofern sie das denn wollen. Oftmals wird nämlich enormer Druck von außen auf sie ausgeübt.

Sowohl Wolfsbefürworter als auch Wolfsgegner erhalten Morddrohungen. Wie bewerten Sie diesen Zustand?

Das ist ganz eindeutig eine enorme Eskalation. Wir stoßen dabei auf zwei Extreme: Die einen, die fordern, dass der Wolf ausgerottet werden muss. Die anderen, die sich dafür einsetzen, dass dem Tier kein Haar gekrümmt wird. Wir können dieses Problem nicht lösen, wenn wir keine Akzeptanz untereinander schaffen und uns nicht gegenseitig zuhören. Dabei erwarte ich einfach, dass man uns klar vertraut. Wir treffen keine Entscheidung zur Entnahme willkürlich.

Sie sprechen immer wieder von der Entnahme. Lange war vom Abschuss des Rodewalder Rüden die Rede. Was geschieht denn nun wirklich mit dem Tier?

Er wird getötet. Wir gehen verschiedene Wege. Die werden wir aber erst nach einer erfolgreichen Entnahme öffentlich machen.

Die Ausnahmegenehmigung, den Wolf zu töten, wird allerdings seit Monaten immer wieder verlängert. Wieso gestaltet sich die dies als so schwierig?

Ich hätte mir gewünscht, dass es uns schon im Februar gelungen wäre, das Tier zu entnehmen. Allerdings ist das Revier, in dem das Tier lebt, unglaublich groß. Das erschwert uns die Arbeit. Darüber hinaus leiden wir auch unter Störern, die versuchen, zu ermitteln, wo wir gerade arbeiten und so die Entnahme verhindern wollen. Hier müssen wir eindeutig festhalten: Es kann nicht sein, dass der Staat so massiv behindert wird.

Obwohl der Wolf in der öffentlichen Debatte allgegenwärtig ist, sieht man ihn kaum. Gibt es eigentlich neue Spuren vom Rodewalder Rudel?

Es gibt Risse, die auf jeden Fall dem Rudel zugeordnet werden können. In manchen Fällen ist es bei der Analyse aber nicht möglich, konkrete Rückschlüsse darauf zu ziehen, dass es wirklich der Rodewalder Rüde war.

Also kommen auch andere Tiere aus dem Rudel in Betracht. Ist das ein Grund, die Ausnahmegenehmigung auf das komplette Rudel auszuweiten?

Wir wollen zunächst mal die Entnahme des einen Wolfes zu Ende bringen. Danach werden wir weitersehen.

Gibt es inzwischen auch eine DNA-Bestätigung dafür, dass der Rodewalder Wolf für den Kalbsriss am 10. Juni verantwortlich ist?

Wir wissen, dass es ein Wolf war.

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Von Mandy Sarti, Petra Rückerl

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