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Meine Stadt Üstra-Aktion gegen Fahrkartenbetrüger
Hannover Meine Stadt Üstra-Aktion gegen Fahrkartenbetrüger
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00:20 26.03.2018
Symbolfoto einer Mobilcard der Üstra.
Symbolfoto einer Mobilcard der Üstra.
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Hannover

Rund 830 Mobilcards des Großraumverkehrs Hannover (GVH) haben die Üstra-Kontrolleure vom 20. bis 22. März auf verschiedenen Linien eingezogen, um diese genau zu überprüfen. Dafür wurden den Fahrgästen Ersatzfahrausweise ausgehändigt. „Immer häufiger werden gefälschte oder manipulierte Fahrkarten von Betrügern in Umlauf gebracht“, heißt es auf deren Rückseite. Die Fahrkarten würden „im Rahmen der Einnahmesicherung eingesammelt und anonym auf Manipulation untersucht“. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, „effektive Gegenmaßnahmen“ zu ergreifen.

Laut Üstra-Sprecher Udo Iwannek werden solche Aktionen „alle paar Jahre durchgeführt“. Eine „Schwemme von gefälschten Mobilcards gibt es allerdings nicht“, versichert er. Sowohl 2016 als auch 2017 seien rund 500 gefälschte Fahrscheine entdeckt worden. Die Dunkelziffer ist aber möglicherweise hoch. Denn laut Üstra gibt es „auch sehr raffinierte Fälschungen, die unsere Kontrolleure auf die Schnelle bei den Kontrollen nicht erkennen können“, erklärt Iwannek.

Fälscher werden angezeigt

Während die Üstra nicht jede Schwarzfahrt sofort anzeigt, geht sie bei gefälschten Fahrscheinen rigoroser vor. „Dafür braucht man wirklich kriminelle Energie. Das zeigen wir immer an“, erklärt Sprecher Iwannek. Der Polizei teile man dabei „alle Erkenntnisse mit, die wir haben“. Also auch die Namen, die auf personalisierten Karten vermerkt sein müssen. Zumindest in diesen Fällen ist fraglich, wie „anonym“ die Auswertung der eingezogenen Fahrscheine tatsächlich ist.

Um die Mobilcards fälschungssicher zu machen, sind diese unter anderem mit einem Hologramm versehen, das das GVH-Logo zeigt. „Es gibt mehrere Sicherheitsmerkmale“, sagt Iwannek. Welche weiteren das sind, wollte er nicht sagen, um Fälschern keine nützlichen Hinweise zu geben. Je nachdem, welche Ergebnisse die Untersuchungen der eingezogenen Tickets bringen, seien aber Anpassungen der Sicherheitsmerkmale denkbar.

Einzelfahrscheine werden kaum gefälscht

Die Anfertigung von illegalen Fahrscheinen lohnt sich kaum für Einzelfahrscheine. Bei Mobilcards sieht das schon anders aus. Diese kosten monatlich bis zu 175,20 Euro. Für die günstigsten Monatstickets für nur eine Zone werden immerhin noch 52,50 Euro fällig.

Um nicht Opfer von Fälschungen zu werden, empfiehlt die Üstra, die Mobilcards nur an den offiziellen Verkaufsstellen, an Fahrkartenautomaten und im Kundenzentrum zu kaufen. „Auf keinen Fall auf der Straße oder im Internet“, warnt Iwannek.

Christian Bohnenkamp