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Meine Stadt Trinkwasser: Höchster Verbrauch in Hannover seit 2006
Hannover Meine Stadt Trinkwasser: Höchster Verbrauch in Hannover seit 2006
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00:27 30.06.2019
Wasser marsch: Die Hitze lässt den Wasserverbrauch in die Höhe schnellen. Am Dienstag erreicht er den höchsten Tageswert seit 2006. Quelle: Foto: dpa
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Hannover

Hannover ächzt unter der Sommerhitze. Das wirkt sich auch auf den Wasserverbrauch aus, der in dieser Woche in geradezu rekordartige Höhen gesprudelt ist. Die Stadtwerke Enercity verzeichnete am Dienstag sogar den höchsten Trinkwasserverbrauch seit 13 Jahren. Ein Engpass wie in Teilen der Region droht trotzdem nicht. „Die Kapazitäten sind weiterhin ausreichend“, so Enercity-Pressesprecher Dirk Haushalter.

Eine abkühlende Dusche, relaxen im Gartenpool und ausgiebiges Gießen der Blumenbeete im heimischen Garten – die Menschen in Hannover gingen in den vergangenen heißen Tagen alles andere als sparsam mit dem Trinkwasser um. Stolze 167.000 Kubikmeter flossen am Dienstag aus den Leitungen – der höchste Tageswert seit 2006. Am Mittwoch folgten weitere 166.000 Kubikmeter. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Tagesabsatz liegt bei 120.000 Kubikmetern.

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Hitzewelle in Niedersachsen: Gleich mehrere Tage nacheinander klettert das Thermometer über 30 Grad. Sommer-Impressionen von Menschen, Tieren und der Landschaft.

Erste Gemeinden schränken Wasserverbrauch ein

Könnte Hannover bei fortschreitendem Verbrauch auf diesem Niveau bald das Wasser ausgehen? Immerhin hat jüngst bereits der Wasserverband Garbsen-Neustadt Alarm geschlagen und bestimmte Arten der Nutzung von Trinkwasser verboten. Auch in Lehrte und Uetze wird darum gebeten, Gärten abends nicht mehr zu wässern. In Hannover kann Enercity jedoch beruhigen. „Trinkwasserbehälter in den Wasserwerken und Hochbehälter in der Stadt sind ausreichend gefüllt. Auch die Grundwasservorkommen – mehrere Hundert Millionen Kubikmeter im Erdreich gespeicherten Wassers im Fuhrberger Feld – sind gegeben“, so Sprecher Dirk Haushalter.

In Wasserwerken herrscht Hochbetrieb

Die bloße Kapazität allein ist aber nicht ausschlaggebend dafür, dass aus den Wasserhähnen und Duschköpfen auf Knopfdruck stetig frisches Wasser fließt. Um die hohen Qualitätsstandards für Trinkwasser zu erfüllen, müssen täglich enorme Mengen an Grundwasser gefiltert und aufbereitet werden. „Damit hatten die Wasserwerke an diesen Tagen rund um die Uhr richtig viel zu tun“, verdeutlicht Haushalter die Herausforderungen, die ein derart hoher Verbrauch mit sich bringt. Dabei kann allein das Wasserwerk Fuhrberg pro Tag bis 85.000 Kubikmeter fördern.

Rein theoretisch könnte es also doch zu einer Reduzierung des Wassers kommen, wenn die Aufbereitung mit dem Verbrauch irgendwann nicht mehr Schritt halten könnte. „In der Praxis wird das aber nicht passieren“, versichert der Enercity-Sprecher – was Bürger freilich nicht als Freifahrtschein für ungehemmten Wasserverbrauch verstehen sollten: „Wasser ist ein kostbares Gut, mit dem man haushalten sollte – auch und gerade in heißen Zeiten.“

Enercity versorgt rund 700.000 Menschen in Hannover und einigen angrenzenden Gemeinden. Das Wasser stammt größtenteils aus rund 100 Grundwasserbrunnen. Sie liegen im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld. Die übrigen zehn Prozent stammen jeweils zur Hälfte aus dem Wassergewinnungsgebiet Grasdorf (Laatzen, südliche Leinemasch) und aus Talsperren der Harzwasserwerke.

Von André Pichiri