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Meine Stadt Traumberuf Journalist: 15 Schüler bei der NP
Hannover Meine Stadt Traumberuf Journalist: 15 Schüler bei der NP
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20:32 28.03.2019
SO MACHT MAN ZEITUNG: 15 Schüler schauen den NP-Mitarbeitern über die Schulter. Hier nehmen sie an der Tageskonferenz teil.
SO MACHT MAN ZEITUNG: 15 Schüler schauen den NP-Mitarbeitern über die Schulter. Hier nehmen sie an der Tageskonferenz teil. Quelle: Fotos: Wilde
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Hannover

In Hannovers Schulen waren die Stühle am Donnerstag leer. Im Konferenzraum der Neuen Presse war es umso voller. 15 Schüler verbrachten den Zukunftstag 2019 in der NP-Redaktion – und senkten den Altersdurchschnitt im Büro deutlich. Journalismus – ein Traumberuf für den Nachwuchs?

Traumberuf: Journalist

Anscheinend schon! Bei der Frage, wer sich vorstellen kann, Journalist zu werden, schnellten einige Finger in die Luft. „Ich würde gerne Sporjournalistin werden“, sagte Yana Kirilova (12). „Man kann berühmte Menschen kennenlernen und viele Orte sehen, das finde ich spannend!“

Anscheinend schon! Bei der Frage, wer sich vorstellen kann, Journalist zu werden, schnellten einige Finger in die Luft. „Ich würde gerne Sporjournalistin werden“, sagte Yana Kirilova (12). „Man kann berühmte Menschen kennenlernen und viele Orte sehen, das finde ich spannend!“

Doch das Thema, das die meisten Schüler derzeit aufwühlt, ist ein noch größeres als der Sport – es ist der Klimawandel. Das wurde in den Gesprächen und Konferenzen schnell deutlich. „Das Klima verändert sich und kein Politiker tut etwas, dass helfen würde“, sagte ein Schüler. „Das Eis am Nordpol schmilzt, das Klima wird wärmer“, skizzierte ein anderer die Situation.

Im NP-Konferenzraum diskutierten die Schüler wie die Großen bei Klimapolitik-Debatten im Bundestag. Oder waren das schon angehende Journalisten bei einer spannenden Themenkonferenz?

Viel Diskussionsstoff

SO SIEHT THEMENPLANUNG AUS: Lokalchef Sven Holle zeigt den Schülern, wie er den Lokalteil für den nächsten Tag plant. Vor der Konferenz verschafft er sich einen Überblick über die Themen des Tages. Quelle: Frank Wilde

Ihren Gesprächsbedarf griff Chefredakteur Bodo Krüger in der Tageskonferenz auf, bei der die Kinder dabei sein durften. Nachdem alle Reporter ihre Tagesthemen vorgestellt hatten, nachdem die Bedeutung der einzelnen Nachrichten von der Redaktion gewichtet wurden, fragte Krüger die Zukunftsreporter nach ihrer Meinung. Welches Thema fanden sie am spannendsten? Die meisten Schüler interessierten sich für den Bericht über die Cannabis-Plantagen, die von der Polizei entdeckt worden waren.

Eine andere Schülerin wollte unbedingt noch mehr über den Brexit in der Zeitung lesen. Sie zeigte ein gutes Gespür für Nachrichten und Themen – denn das Brexit-Thema füllt in der gedruckten Ausgabe von Freitag schließlich die ganze Seite 3.

Besonders ernste Themen waren ein Thema

Doch nicht nur über die Themen von morgen wird in Redaktionen diskutiert, sondern jeden Tag aufs Neue auch über die Nachrichten von gestern. Haben wir alles richtig gemacht? Hätten wir Dinge anders gewichten sollen? Ist das der beste Aufmacher? Welche Geschichten bringen die meisten Klicks im Netz, welche funktionieren online gar nicht? Kritik, die auch die Schüler üben durften. Was gefällt ihnen an der NP, was muss besser werden. Viele Schüler interessieren sich für ernste Themen – und da ist der Klimawandel ganz weit vorne. Davon könne in der Zeitung nicht genug stehen, finden sie.

Mehr Berichte über Lieblingssportarten

Die Kritik richtete sich an dem Punkt aber weniger an die NP, sondern mehr an die eigenen Lehrer und Schulen. Sie wünschten sich, dass in den Klassen mehr über Klimapolitik gesprochen werde. Und sie mehr beim Protestieren unterstützt würden: „Ich würde gerne auf die Fridays-for-Future-Demonstrationen gehen, aber traue mich nicht, weil die Lehrer das nicht so toll finden“, sagte eine Schülerin. Kritik an der NP gab es dann aber doch noch: So wünschten sich einige der Kinder mehr Berichte über ihre Lieblingssportarten – zum Beispiel Fechten.

Einmal Wetterfrosch sein

SO SIEHT ES BEIM RADIO AUS: Die Schüler besuchen das Studio von „Antenne Niedersachsen“. Moderatorin Kaya Laß lässt sie sogar die Wetteraussichten einsprechen. Quelle: Frank Wilde

Nach dem Einblick ins Zeitungs-Geschäft ging es ins benachbarte Studio des Radiosenders „Antenne Niedersachsen“. Nach wenigen Schritten über den Hof hatten die Schüler den direkten Vergleich zwischen der Arbeit von Print- und Hörfunkjournalisten. Besonders beeindruckt waren viele vom Moderatoren-Job. Im Antenne-Studio ließ sich Kaya Laß (36) über die Schultern blicken. Kurz vorher konnten die Kinder selber zu Moderatoren werden – oder besser gesagt zu Wetterexperten. Sie sprachen den Ausblick auf die nächsten Tage ins Mikrofon ein, kurz danach konnten sie sich im Radio hören. Charlotte von Holt: „Heute sind wir im Radio und morgen in der Zeitung, wie cool!“

So lief der Zukunftstag woanders ab

Einmal in den Beruf als Krankenpfleger reinschlüpfen. Dazu gehören manchmal auch Mund- und Haarschutz. Quelle: KRH Klinikum Region Hannover

Nicht nur bei der NP, sondern in ganz Hannover waren Schüler am Zukunftstag auf der Suche nach ihrem Traumberuf, in den sie für einen Tag reinschnuppern durften.

Richtig gut im Rennen ist die Polizei. 700 Schüler verbrachten deshalb den Donnerstag in der Polizeidirektion Hannover, wo der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius gemeinsam mit Polizeipräsident Volker Kluwe den Zukunftstag eröffnete.

24 junge Naturliebhaber durften im Umweltministerium Wildstauden pflanzen und Nistkästen für Wildbienen bauen.

Im Geozentrum konnten 94 Schüler Erdbeben lokalisieren, den Meeresboden mit Messmethoden erkunden oder lernen, welche Rohstoffe im Handy stecken.

Auf der Bult wechselten elf- bis 15-Jährige Windeln, legten Verbände an und gipsten Ärme ein.

Medizinisch lief der Zukunftstag auch an den KRH Kliniken ab. Dabei durften sich 80 Kinder wie Pfleger anziehen, inklusive Mund- und Haarschutz.

Im Stephansstift gab es einen anderen Einblick in die Pflegeberufe: Hier durften sich 24 Jungs und vier Mädchen in der Altenpflege probieren. Auf dem Tagesplan standen Aufgaben wie Blutdruck messen und Rollstühle schieben.

Beim ADAC haben 18 Kinder und Jugendliche erfahren, wie ein Auto von unten aussieht und gelernt, wie lange ein Fahrzeug braucht, bis es vor einem Hindernis zum Stehen kommt.

Im Zoo ging es mit 200 Schülern so wuselig wie in einem Ameisenbau zu. Unter anderem erlebten sie eine Tiershow und turnten mit Nasenbär Suelita.

Tierisch aufregend war es auch im „Sea Life“. Dort durften die Kids Schildkröten, Seepferchen und Rochen füttern.

Früher hieß der Aktionstag noch „Girls Day“, Mädchen durften in typische Männerberufe reinschnuppern. Die Johanniter-Kita „Weltkinder“ drehte den Spieß wieder um und machte aus dem ehemaligen „Girls Day“ einen „Boys Day“ – denn nur ein Drittel aller Erzieher sind männlich.

Von Josina Kelz