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Meine Stadt Taschenlampe ist ein Elektroschocker
Hannover Meine Stadt Taschenlampe ist ein Elektroschocker
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13:55 27.06.2018
VERBOTEN: In einem Paket aus China entdeckte der Zoll einen Elektroschocker, der als Taschenlampe getarnt war. Das ist ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Quelle: Kleinschmidt
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Unliebsame Überraschung für einen Postempfänger aus der Region Hannover: Am Mittwoch ging der Mann zum Zollamt Hannover-Nord, um dort sein Paket aus China abzuholen. Es war den Poststellen bereits aufgefallen und wurde deshalb an den Zoll geschickt. Die Zöllner in Hannover ließen das Paket vom Empfänger deshalb öffnen, um sich den als Taschenlampe deklarierten Gegenstand näher anzusehen.

Ergebnis: In dem Paket war eine Taschenlampe mit Laserpointer – und verstecktem Elektroschocker, der per Knopfdruck aktiviert werden kann. Solche Gegenstände seien laut Waffengesetz verboten, teilte das Zollamt mit. Grund: Sie sind als Waffe nicht erkennbar und täuschen einen anderen Gegenstand vor. Hier war es die Taschenlampe, die tatsächlich ein Elektroschocker ist.

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Der Gesetzgeber stuft Elektroschocker ohnehin grundsätzlich als gefährlich ein, da über die Elektroden am Metallring Blitzentladungen mit sehr hohen Spannungen abgegeben werden können – in direktem Kontakt zum Körper bestehe die Gefahr erheblicher gesundheitlicher Schäden, so die Behörde weiter. Außerdem war der Elektroschocker nicht mit dem erforderlichen amtlichen Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt versehen.

Kurios: Elektroschocker wie dieser sind in den vergangenen Wochen mehrfach bundesweit vom Zoll entdeckt worden – vor kurzem wurden in Hamburg 1000 Stück in einem Paket aufgefunden. Ob gegen den Mann aus der Region Hannover ein Verfahren durch das Zollfahndungsamt eingeleitet wird, steht zurzeit nicht fest.

Von Andreas Voigt