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Meine Stadt Tarifkampf Bodenpersonal: Streik in Sichtweite?
Hannover Meine Stadt Tarifkampf Bodenpersonal: Streik in Sichtweite?
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20:38 19.10.2017
IM GESPRÄCH: Das Bodenpersonal des Flughafen Hannover will einen Tarifvertrag. Quelle: Foto: Hollem
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HANNOVER

Wenig Bewegung im Streit um bessere Arbeitsbedingungen für die 197 Mitarbeiter des AHS (Aviation Handling Service) am Flughafen Hannover: Laut Gewerkschaft Verdi hat der Arbeitgeber des Bodenpersonal zwar wie angekündigt ein Angebot vorgelegt, doch das war nicht wie erhofft: „Damit sollte nur der Ist-Zustand festgeschrieben werden – also, was es etwa teils in Arbeitsverträgen, teils in Betriebsvereinbarungen schon gibt. Das wäre keine wirkliche Verbesserung, das reicht nicht“, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Marian-Kristoff Drews. Aus Verdi-Sicht betreibt AHS seit Jahren „Sozialdumping“ (NP berichtete).

Ginge es nach den jetzt vorgelegten AHS-Vorstellungen, hätten zudem „einige am Ende auch schlechter dagestanden – und das wollen wir nicht!“ Auch die anvisierte Laufzeit von vier bis fünf Jahren, wo am Ende „nicht einmal der Inflationsausgleich erreicht werden würde“ sei nicht akzeptabel. Daher habe man das zurückgewiesen. Die AHS habe sich dabei „verständig“ gezeigt, doch „ob sie das wirklich ist, wird sich am 8. November zeigen“ – dann steht die Nächste Verhandlungsrunde an.

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Wirklich positiv aus Gewerkschaftssicht ist daher nach wie vor nur, dass die AHS gewillt ist, auch für Hannover-Langenhagen einen Haustarifvertrag abzuschließen; auch in Frankfurt am Main wird derzeit verhandelt – die beiden letzten AHS-Standorte ohne Tarifvertrag wie in Berlin, München, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Bremen.

Drews deutet schon mal an, was im Zweifel kommen könnte: „Mal sehen, ob da was da rauskommt oder sich der Ton verschärfen muss …“. Sprich: Bewegt sich von AHS aus nicht wirklich was, könnte das Bodenpersonal am Flughafen Hannover sich über kurz oder lang auch des Arbeitskampfmittels „Streik“ bedienen.

Wer mit dem Flugzeug reist, sieht sie: die Menschen hinter den Check-in-Schaltern, beim Boarding, an der Gepäckausgabe, am Ticket-Schalter. Sie sind das Bodenpersonal und stehen in der Regel nicht (mehr) im Dienst einer Fluggesellschaft – denn das Geschäft macht der AHS (etwa 2000 Mitarbeiter) billiger. Diese Servicefirma gehört sieben deutschen Flughäfen, größte Gesellschafter sind Hannover (29,75 Prozent) und Hamburg (27,75) – die wiederum mehrheitlich der öffentlichen Hand gehören.

Von RALPH HÜBNER