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Meine Stadt Urteil im Suff-Prozess: Messerstecher muss vier Jahre in Haft
Hannover Meine Stadt Urteil im Suff-Prozess: Messerstecher muss vier Jahre in Haft
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00:20 18.05.2019
Landgericht: Messerstecher Alex D. (mit Verteidiger Vyacheslav Varavin) wurde am Mittwoch wegen des Angriffs auf seine Nachbarin zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Schwurgerichtskammer ordnete für den langjährigen Alkoholiker auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Quelle: Wilde
Hannover

Sex, Suff und Gewalt: Die Messer-Attacke auf seine Geliebte (37) bringt dem Garbsener Alex D. (40) eine vierjährige Haftstrafe ein. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Hannover verurteilte den 40-Jährigen am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung und ordnete für den langjährigen Alkoholiker die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass D. in der Nacht des 20. September 2018 mit einem Küchenmesser auf seine Gespielin Marina G. losging, ihr in Bauch, Brust und Oberarme stach.

Opfer wohnte über dem Angeklagten

Den Tag zuvor hatten die beiden mit zusammen getrunken und miteinander geschlafen. Sie ging dann zurück in ihre Wohnung, die einige Stockwerke über seiner in einem Mehrfamilienhaus Auf der Horst in Garbsen liegt.

Irgendwann in der Nacht stand die 37-Jährige wieder vor seiner Tür, er wollte wieder Sex. Sie, die zu diesem Zeitpunkt mehr als drei Promille hatte, ging in die Küche, holte ein Messer. Sie wollte ihn damit vermutlich verletzen, aber D. nahm es ihr ab. Und dann passierte es: Er stach auf Marina G. ein. Aus Notwehr handelte der Angeklagte nicht, sagte der Vorsitzende, Wolfgang Rosenbusch: „Der Angriff war längst beendet.“

Täter lässt Messer verschwinden

Nach der Tat flüchtete die Schwerverletzte ins Treppenhaus. Der 40-Jährige, der auch rund zwei Promille hatte, verließ ebenfalls seine Wohnung und ließ das Messer im Bereich des Müllschluckers verschwinden. Anschließend versteckte er sich im Keller, wo die Polizei ihn wenig später fand.

Das Pärchen hatte damals eine langjährige, aber keine feste Beziehung. Die war – so Rosenbusch – „stark sexuell geprägt“. D. und seine (verheiratete) Nachbarin trafen sich immer wieder zum Zechen und um dann miteinander zu schlafen. Sie hatten das, was man heutzutage „Freundschafts-Plus“ nennt.

Alex D. muss Alkohol-Entzug machen

Der Garbsener ist langjähriger Alkoholiker, er bringt es auf insgesamt 14 Vorverurteilungen. Nur rund fünf Monate vor der Messer-Attacke auf Marina G. war er aus dem Knast entlassen worden. Gesessen hatte er zuletzt ebenfalls wegen einer gefährlichen Körperverletzung. Das Gericht ordnete für D. wegen seiner Sucht auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Rosenbusch zum Angeklagten: „Wenn man den Alkohol aus ihnen rauskriegt, werden sie wahrscheinlich ein ganz anständiges Leben führen können.“

Seine Gespielin bekommt wegen ihrer schweren Verletzungen Schmerzensgeld: 15 000 Euro sprach das Gericht ihr zu.

Von Britta Mahrholz

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