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Meine Stadt Suchthilfe will Obdachlosen mit Drogenproblemen helfen
Hannover Meine Stadt Suchthilfe will Obdachlosen mit Drogenproblemen helfen
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17:20 17.03.2019
JUBILÄUM: Zum Tag der offenen Tür in der Clearingstation und Beratungsstelle Neues Land kamen auch Nachbarn.
JUBILÄUM: Zum Tag der offenen Tür in der Clearingstation und Beratungsstelle Neues Land kamen auch Nachbarn. Quelle: Foto: Wallmüller
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Hannover

Weiter so – dieser Ansatz funktioniert nicht in der Drogenarbeit. Deshalb betritt die christliche Suchthilfe Neues Land wieder mal Neuland. Man werde ein Konzept erarbeiten, um den süchtigen Obdachlosen in Hannovers City nicht nur durch die Nacht, sondern auch durch den Tag zu helfen, sagte Vorstand Michael Lenzen im Gespräch mit der NP.

Das Angebot an Schlafplätzen reicht nach Ansicht der Experten nicht aus. Betroffene brauchen vernünftige Strukturen, um nicht auf Straßen und Plätzen zu lungern. Sie brauchten dringend auch Hygieneräume. Offenbar laufen bereits Gespräche mit der Stadtverwaltung.

Hunderten in 30 Jahren geholfen

Lenzen hofft auf Zuwendungen für den neuen Absatz. „Bisher sind wir nicht bedacht.“ Dabei hat der Verein Neues Land beeindruckende Zahlen vorzuweisen: seit 30 Jahren gibt es die Clearingstation und die Beratungsstelle. Gut 1000 Menschen, so die Schätzung, habe man in dieser Zeit erreicht und jedem Zweiten den Weg aus der Sucht zeigen können.

Hinter dem Erfolg steckt ein Netzwerk. Niedrigschwellig sind die Angebote des Drogenkontaktcafés Bauwagen (unter der Raschplatz-Hochbrücke) und des SOS-Bistros. Dazu kommen die Clearingstation mit zwölf Plätzen in Einzel- und Doppelzimmern sowie die Beratungsstelle. Das Gebäude in der Steintorfeldstraße 11 gehörte einst der Mitternachtsmission.

Clearingstation ist ein Rückzugsraum

In dem Haus leben Gäste und Mitarbeiter. Seit drei Jahren helfen die Sozialarbeiter in der Clearingstation auch Medienabhängigen. Das sei Hannovers einziges stationäres Angebot für diesen Personenkreis, so Lenzen. Die Clearingstation ist für alle Betroffenen ein Rückzugsraum. Nach der körperlichen Entgiftung können sie sich orientieren, stabilisieren und auf eine Langzeittherapie vorbereiten. Ziel ist ein selbstständiges und suchtmittelfreies Leben.

Das Konzept für süchtige Obdachlose ist ein Baustein des Pakets für mehr Sauberkeit und Sicherheit in der City. Durch die steigende Zahl der Betroffenen und ihr manchmal aggressives Auftreten fühlen sich Passanten und Einzelhandel zunehmend gestört oder belästigt.

Von Vera König