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Meine Stadt Bald gilt Kastrationspflicht in Hannover
Hannover Meine Stadt Bald gilt Kastrationspflicht in Hannover
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15:00 25.10.2018
Katzen im Tierheim Hannover
Katzen im Tierheim Hannover Quelle: Tierheim Krähenwinkel
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Hannover

Auf die Tierärzte in der Stadt kommt jede Menge Arbeit zu. Von Januar an soll für frei lebende Katzen eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht gelten. Das hat der städtische Finanzausschuss einstimmig beschlossen. Parteiübergreifend gab es großes Lob.

Beim Haustierregister von Tasso waren im August 17.600 Hauskatzen registriert, davon 3837 unkastriert. Sofern sie ausschließlich in der Wohnung oder in einem ausbruchssicheren Außengelände gehalten werden, dürfen sie das auch bleiben. Die Zahl herrenloser und verwildeter Katzen lässt sich kaum schätzen. Doch sie stellen das eigentliche Problem dar.

Herrenlose Tiere mit Erregern infiziert

Allein der Tierschutzverein Hannover nahm von Januar 2017 bis August dieses Jahres 678 Hauskatzen als Fund- oder herrenlose Tiere auf. Fast alle litten unter Wurm- und Ohrmilben. Der Großteil war infiziert mit Erregern, die auch für Menschen oder andere Tiere gefährlich sind. In der Tierärztlichen Hochschule Hannover mussten gut 50 Katzen stationär behandelt werden. 18 waren so stark verletzt oder erkrankt, dass sie eingeschläfert wurden.

Jetzt kommt der Chip. Tierärztekammer, Katzenhilfe und Tierschutzverein begrüßen die Registrierungs- und Kastrationspflicht. Freilebende Hauskatzen, so ihre Einschätzung, stünden unter ständigen Stress durch Nahrungssuche, Revierkämpfe, Witterungseinflüsse. Sie litten an Unterernährung bis zum Verhungern. Weil das alle Experten gleichermaßen einschätzen, bezuschusst das Land inzwischen Kastrationskosten mit 200.000 Euro jährlich. Diese Fördermittel waren binnen zweier Wochen aufgebraucht.

Durch die neue Verordnung, so die Hoffnung von Politik und Verwaltung, werde sich die Zahl der freilebenden Katzen eindämmen lassen. Verpflichtet zur Kooperation sind auch alle, die den herrenlosen Tieren regelmäßig Futter anbieten. Verstöße gegen die neuen Pflichten sind eine Ordnungswidrigkeit und werden mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro bestraft.

Von Vera König