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Meine Stadt Streit um Little Home: Stadt sagt Räumung von Mini-Haus ab
Hannover Meine Stadt Streit um Little Home: Stadt sagt Räumung von Mini-Haus ab
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21:04 25.09.2019
Räumung verschoben: Das Little Home bleibt nun doch vorerst in Ricklingen stehen. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Das Little Home in Ricklingen steht nun doch noch länger auf einer öffentlichen Straße nahe der Sankt-Augustinus-Gemeinde. Nach NP-Informationen wollte die Stadt das Mini-Haus am frühen Mittwochnachmittag räumen, während die Obdachlose Erika Heine gerade unterwegs gewesen wäre. Dazu kam es aber nicht, weil offenbar ein Kontaktbeamter der Polizei zuvor beim Tiefbauamt intervenierte.

„Sie wäre zu ihrem Little Home gekommen, und es wäre mit all ihren Sachen weg gewesen. Das ist ein Vorgehen, das gar nicht geht“, sagt Adam Wolf, Oberbürgermeister-Kandidat der Piraten.

Sven Lüdecke vom Kölner Verein „Little Home“ hatte sich auf den Weg nach Hannover gemacht, um Heine im Notfall beizustehen. Das Vorgehen der Stadt hätte er nicht gut gefunden, kritisiert aber auch das Verhalten der Obdachlosen. „Es gab genug Angebote für Stellplätze, sie nimmt einfach nichts an.“ Die Stadt lasse sich von Heine auf der „Nase herumtanzen“.

Das Little Home steht seit dem 21. Juni auf der Straße in Ricklingen. Quelle: Christian Behrens

Auch SPD-Baupolitiker Lars Kelich betont, dass die Verwaltung ihr immer wieder Lösungen aufgezeigt habe. „Sie hat sehr gute Angebote bekommen, die nicht jeder bekommt.“ Das Problem sei Heines Umgang mit den Nachbarn. Diese seien von ihr genervt, behauptet Kelich. „Es geht nicht darum, dass dieses Haus ein Stellplatz blockiert. Sie muss lernen, sich mit ihren Nachbarn zu arrangieren.“

Streit mit den Nachbarn?

Das gelinge ihr offenbar nicht, meint auch Lüdecke. Er zeigt einen Brief einer Anwohnerin, in dem er gebeten wird, etwas zu unternehmen. „Die Stadt Hannover fühlt sich anscheinend nicht verantwortlich, dass Frau Heine mit ihrem Little Home hier verschwindet“, heißt es in dem Schreiben. Auch gegenüber der NP beklagten sich einige Anwohner über ihre Nachbarin und beschrieben sie unter anderem als „frech“.

Wolf hat indes was anderes beobachtet. Es seien nur sehr wenige Anwohner, die Stimmung gegen Heine machten. Der größere Teil unterstütze sie. Auch Heine selbst ist davon überzeugt, sich friedlich und freundlich benommen zu haben. Zuvor hatte sie auf dem Grundstück der Kirchengemeinde gestanden. Dort war der Vertrag mit ihr und „Little Home“ aber nicht verlängert worden.

Hier lesen:
Jetzt will die Stadt das Little Home räumen

„Es ist gut, dass da interveniert wurde. Ich möchte generell nicht, dass im Winter Menschen auf der Straße leben müssen“, sagt Wolf. Dies wäre aber wohl geschehen, hätte die Stadt das Haus einkassiert und Heine keinen alternativen Stellplatz gefunden.

Little Home in Hannover gescheitert

Daniel Gardemin von den Grünen hält es ebenfalls für richtig, dass das Haus dort noch länger stehen darf. „Man sollte daran kein Exempel statuieren. Wir sind im Herbst und es wird bald kälter“, sagt er. Zudem bestehe nicht die Gefahr, dass die Stadt bald voller Holzhütten von „Little Home“ stehen.

Dass es überhaupt noch weitere Mini-Häuser des Vereins in Hannover geben wird, ist unwahrscheinlich. Lüdecke hält das Projekt in Hannover für gescheitert. „Wir kriegen hier wegen des Verhaltens von Frau Heine einfach keine Stellplätze mehr.“

Von Sascha Priesemann

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