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Meine Stadt Streit um Little Home: Jetzt will die Stadt das Häuschen räumen
Hannover Meine Stadt Streit um Little Home: Jetzt will die Stadt das Häuschen räumen
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20:40 18.09.2019
Soll weg: Das Little Home einer Obdachlosen, das an einer Straße in Ricklingen steht. Quelle: Foto: Behrens
Hannover

Damit rechnen musste Erika Heine schon länger. Nun hat die Wohnungslose nach eigenen Angaben von der Stadt die Mitteilung bekommen, dass sie Anfang der kommenden Woche ihr Little Home räumen muss. Das Mini-Haus für Obdachlose steht an einer Straße in Ricklingen. Die Stadt will es dort nicht mehr dulden.

Heine kam deshalb am Mittwoch in den Bauausschuss, klagte dort ihr Leid. SPD und FDP wollten sie dort zunächst nicht zu Wort kommen lassen. Eine Mehrheit stimmte jedoch dafür, dass sie ihre Situation schildern kann.

Bewohnerin: Lande wieder auf der Straße

„Wenn Sie mir das Haus entziehen, lande ich wieder auf der Straße“, sagte Heine, die seit mehr als drei Jahren keine eigene Wohnung mehr hat. In die städtischen Obdachlosen-Unterkünfte könne sie nicht zurückkehren, „weil die Bedingungen dort menschenunwürdig sind“.

Eine Aussage, die der Bauausschuss-Vorsitzende Joachim Albrecht so nicht stehen lassen wollte. „Ich weise diese Beschuldigungen zurück“, sagte der CDU-Mann. Es sei „eine ganze Menge passiert“, um die Situation in den Unterkünften zu verbessern. Das Problem sei, „dass Sie ihren Privatbesitz auf öffentlichem Grund abstellen“.

Stadtbaurat: Hätte Lösung finden können

Heine behauptete im Bauausschuss, sie sei „friedlich und anspruchslos“. Das sehen nicht alle so. Ursprünglich stand das Little Home auf dem Gelände der Sankt-Augustinus-Gemeinde in Ricklingen. Es gab Streit. Sie musste das Gelände der Kirche räumen. Seitdem steht das Little Home an einer Straße.

Auch Stadtbaurat Uwe Bodemann sagte, dass sich die Frage stelle, „warum es nicht gelungen sei, auf dem Gelände der Kirche zu bleiben“. An der Straße stehe das Little Home seit Wochen. „In dieser Zeit hätte man eine Lösung finden können“. Zumal Heine „mehrere Alternativen“ vorgeschlagen worden seien, berichtete der Stadtbaurat.

Linke wollen unbürokratische und soziale Lösung

Die allerdings hatte Heine abgelehnt. Sie will mit ihrem Little Home auf das Gelände einer städtischen Flüchtlingsunterkunft ziehen. Das jedoch lehne die Stadt ab, weil diese ihre Behausung für „menschenunwürdig“ halte.

Dirk Machentanz von den Linken forderte „eine unbürokratische und soziale Lösung“. Man werde sich an Recht und Gesetz halten, versicherte Bodemann. Und der Ausschuss-Vorsitzende Albrecht warnte: Wenn es jeder mache wie Heine, „bekommen wir Chaos.“

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Von Christian Bohnenkamp

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