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Meine Stadt Stadt richtet Fahrradstraße im Zooviertel neu ein – Anwohner klagt wieder
Hannover Meine Stadt Stadt richtet Fahrradstraße im Zooviertel neu ein – Anwohner klagt wieder
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18:36 04.11.2019
Umgebaut: Die Stadt hat die Fahrradstraße in der Kleefelder Straße mit Parkzonen und Einbahnstraße neu angeordnet. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Nach der Niederlage vor dem Verwaltungsgericht hat die Stadt ernst gemacht. Sie hat die Fahrradstraße in der Kleefelder Straße im Zooviertel mit Parkverboten als Einbahnstraße neu eingerichtet – zum Ärger einiger Anwohner.

Klaus-Peter Schmidt-Vogt, der durch seine Klage die Debatte um die Fahrradstraße erst ins Rollen gebracht hatte, ist er erneut vor das Verwaltungsgericht gezogen. Mit einer einstweiligen Anordnung will er erreichen, dass die Verwaltung den alten Zustand wieder herstellen und die Fahrradstraßen-Schilder abbauen muss.

Fahrradstraße ist wichtiger Teil des Radschnellwegs

„Es geht mir um die Sicherheit. Die Kleefelder Straße ist nicht geeignet für eine Fahrradstraße“, ist der Rentner überzeugt. Seine Eil-Klage hat er vor zwei Wochen gestellt, noch bevor die Stadt die Kleefelder Straße umgebaut habe. „Ich verstehe nicht, warum die Verwaltung das auf Biegen und Brechen durchzieht und nicht das Urteil abwartet. Die Anlieger sind nicht einbezogen worden“, ärgert sich Schmidt-Vogt.

Anwohner Klaus-Peter Schmidt-Vogt ist erneut vor das Verwaltungsgericht gezogen und will die Fahrradstraße in der Kleefelder Straße verhindern. Quelle: Christian Behrens

Im Juli hatten die Richter am Verwaltungsgericht geurteilt, dass die schmale Kleefelder Straße nicht als Fahrradstraße hätte ausgewiesen werden dürfen, wenn der Autoverkehr in beide Richtungen zugelassen und auch das Parken nicht eingeschränkt ist. Eigentlich war die Kleefelder Straße ein wichtiger Teil des geplanten Radschnellwegs in Richtung Lehrte.

Einbahnstraße und weniger Parkplätze

Darum hat die Stadt zwischen dem Michael-Ende-Platz, der Plathnerstraße und der Einmündung zur Nettelbeckstraße zwei gegenläufige Einbahnstraßen eingerichtet. Sie sollen verhindern, dass die Kleefelder Straße von Autofahrern als Durchfahrtsstraße genutzt wird.

Zusätzlich hat die Stadt Parkzonen gekennzeichnet. Statt etwa 30 Parkplätze gibt es auf den rund 400 Meter langen Abschnitt jetzt nur noch 17 Stellflächen. Dadurch sei es für die Anwohner immer schwieriger, ihr Auto in der Nähe zu parken. Auch Schmidt-Vogt ist davon betroffen, er und seine Frau haben keinen Stellplatz auf ihrem Grundstück.

In der Kleelfelder Straße gibt es nun Parkzonen. Die Zahl der Stellflächen ist dadurch geringer geworden. Quelle: Tim Schaarschmidt

Schmidt-Vogt geht es aber weniger um den Parkplatz, sondern mehr um die Sicherheit: „Die parkenden Autos waren eine Schutzzone vor den Radfahrern.“ Denn vor den Grundstücken gebe es für die Anlieger keinen Fußweg. Ein Schritt vors Haus und schon stehe man auf der Straße. „Die Radfahrer erreichen heutzutage ja auch problemlos 30 Stundenkilometer. Ich bin schon mehrfach beinahe angefahren worden“, sagt Schmidt-Vogt.

Lesen Sie auch: Anwohner demonstrieren für Fahrradstraße

Seitdem die Kleefelder Straße vor sechs Jahren zur Fahrradstraße wurde, habe es immer wieder Konflikte gegeben – vor allem zwischen Autofahrern und Radfahrern. Ein Fall erlangte bundesweite Berühmtheit: Im vergangenen Jahr blockierten sich eine Radfahrerin und Kleinlaster in der Straße mehr als 40 Minuten. Die Polizei musste ausrücken.

Schmidt-Vogt ärgert sich, dass die Stadt kein Sicherheitskonzept für Fahrradstraßen habe. Ihm gehe es nicht darum, den Radverkehr zu beschränken. „Die Stadt wägt hier nur zwischen Autofahrern und Radfahrern ab, aber bezieht nicht die Anlieger mit ein.“

Das Urteil über einstweilige Anordnung von Schmidt-Vogt wird das Verwaltungsgericht voraussichtlich am Mittwoch fällen.

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