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Meine Stadt Streik im Einzelhandel: Läden in Hannover bleiben offen
Hannover Meine Stadt Streik im Einzelhandel: Läden in Hannover bleiben offen
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18:56 07.06.2019
Rund 60 Mitarbeiter von Ikea und Primark streiken am Möbelhaus im Expo-Park. Quelle: Priesemann
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Hannover

Beim Ikea am Expo-Park schoben die Kunden ihre Möbel am Freitag an trommelnden Mitarbeitern in gelben Streik-Westen zu ihren Autos. Rund 60 Mitarbeiter des schwedischen Möbelhauses in Laatzen und Großburgwedel sowie Beschäftigte des Textil-Discounters Primark hatten sich dort zu einer kleinen Kundgebung versammelt. Auch Mitarbeiter von Karstadt und Karstadt Sports legten ihre Arbeit nieder.

„Wir bekommen den Laden nicht dicht“

„Wir fordern einen Euro pro Stunde mehr Lohn für die Beschäftigten im Einzelhandel“, sagt Sebastian Triebel, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Darüber hinaus solle es in Niedersachsen und Bremen ein tarifliches Mindesteinkommen von 2.100 Euro geben. Triebel kritisiert, dass die Arbeitgeber in Niedersachsen noch immer kein Angebot vorgelegt hätten. „Die Kollegen wollen sich nicht mit einem Gülleabschlag zufrieden geben. Wir brauchen Einkommen im Handel, die zum Leben reichen.“

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Ikea-Mitarbeiter wollen mehr Lohn. Quelle: Priesemann

Einschränkungen für Ikea-Kunden gab es nicht. Beide Möbelhäuser in Laatzen und Großburgwedel hatten geöffnet. „Leider sind wir bei den Ikea-Beschäftigten nicht gut organisiert. Wir bekommen den Laden nicht dicht“, räumte Triebel ein. Da halfen auch Flyer nicht, die Verdi am Eingang verteilten. Auf den Zetteln rief die Gewerkschaft dazu auf, am Freitag nicht bei Ikea zu kaufen oder die nicht streikenden Kollegen im Möbelhaus zu motivieren, sich am Ausstand zu beteiligen.

Angst vor Altersarmut und Inflation

Ikea-Mitarbeiter Hans-Peter Benzenberg (55) bedauert, dass so wenige seiner Kollegen die Arbeit niedergelegt haben. „Nur so können wir Druck aufbauen.“ Und der sei dringend notwendig. Ikea zahle zwar nicht schlecht und auch nicht unter Tarif, aber freiwillig bewege sich das Unternehmen auch nicht. „Wir brauchen eine Tariferhöhung, damit wir nicht in die Altersarmut abrutschen oder der Inflation unterliegen“, betont Benzenberg.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Forderungen auf Würfel geschrieben. Quelle: Priesemann

Derzeit lägen einige Löhne laut Triebel bei um die 9,19 Euro die Stunde. „Das ist hart an der Grenze zum Mindestlohn“, betont Triebel.

Rassistischer Vorfall bei Ikea?

Mehr als 100 Beschäftigte von Primark traten ebenfalls in den Streik. Auch der Textil-Discounter blieb weiter geöffnet. Zwei dunkelhäutige Primark-Mitarbeiterinnen berichteten der NP allerdings von einem rassistischen Vorfall, den es im Zuge des Streikaufrufs am Vormittag gegeben haben soll.

So wollten die beiden Frauen im Ikea-Möbelhaus am Expo-Wall weitere Mitarbeiter motivieren, sich am Ausstand zu beteiligen. Eine Beschäftigte habe die beiden dann „als schwarze Mädchen“ beleidigt, die Mitarbeiter abholen wollten. „Das lassen wir uns nicht gefallen, wir wollen die Polizei anschalten“, sagt eine der beiden Frau.

Primark-Beschäftigte protestieren vor dem Geschäft in der Osterstraße. Quelle: privat

Karstadt-Mitarbeiter protestieren auswärts

Die Mitarbeiter der beiden Karstadt-Häuser waren indes zu Protesten nach Bremen und Braunschweig gefahren. Beide Geschäfte blieben geöffnet. H&M und Kaufhof, wo ein massiver Stellenabbau droht, waren dieses Mal nicht vom Streik betroffen. Schon am Montag vor einer Wochen hatte Verdi zum Streik aufgerufen. Am 17. Juni verhandeln Gewerkschaften und Arbeitgeber im Einzelhandel erneut über die Tarife.

Korrektur: In einer früheren Version war von einem rassistischen Zwischenfall bei Primark die Rede. Dies ist falsch! Der Vorfall soll sich stattdessen im Ikea-Möbelhaus abgespielt haben.

Von Sascha Priesemann

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