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Meine Stadt So bunt war der Karnevalsumzug in Hannover
Hannover Meine Stadt So bunt war der Karnevalsumzug in Hannover
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18:08 02.03.2019
Die Narren ziehen durch die Innenstadt von Hannover.
Die Narren ziehen durch die Innenstadt von Hannover. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Hannover-Helau! Wie sollte es anders sein: Genau um 13.11 Uhr setzte sich der erste von rund 20 Festwagen in der Culemannstraße in Bewegung. So einen großen Karnevalsumzug hatte die Stadt noch nie gesehen und deshalb warteten 80.000 Schaulustige an der Strecke auf die Narren in ihren bunten Kostümen und natürlich auch den Bonbonregen.

„Es war gigantisch

Und der fiel in diesem Jahr ebenso besonders reichlich aus. Die ersten Kamellen warf Oberbürgermeister Stefan Schostok aus einem schwarzen Cabrio in die Masse. Dort hatte er zusammen mit Ronny Jackson, dem Präsident des Komitees Hannoverscher Karneval (KHKH) sowie Bürgermeister Thomas Herrmann Platz genommen.

Beim 28. Karnevalsumzug in Hannover ziehen am 2. März 2019 rund 1500 Karnevalisten durch die Innenstadt.

Dahinter folgten die rund 1500 Karnevalisten. Sie bedachten die Zuschauer mit Tanzeinlagen, spontanen Umarmungen und natürlich zahlreichen Helau-Rufen. „Es war gigantisch, wie Hannover mitgegangen ist. Viele Zuschauer sind kostümiert gekommen. Es war einer der schönsten Umzüge, die wir hier hatten“, sagte Ernst-August Schrader, Vziepräsident des KHK.

Seitenhieb auf Gendersprache

Gleich acht Spielmannzüge sorgten für gute Stimmung an der Strecke. Doch auch die politischen Statements fehlten nicht. Die Eugenesen Alaaf aus Mittelfeld nahmen mit ihrem von einem Traktor angeführten Hofladen die Gendersprache der Stadt auf die Schippe. So hatten sie, wie auf einer Werbetafel zu lesen, „Gurkende“, „Salatende“ und „Eiernde“ für jeweils 50 Cent und einen Euro im Angebot. Aber nicht alles kostete etwas: „Gendernde unbezahlbar“ hieß es weiter unten auf dem Schild. Das wurde belohnt: Die Karnevals-Jury bedachte die Eugenesen mit dem Preis für den schönsten Festwagen.

Die Hannoversche Funken-Garde aus Döhren machte indes auf den überbordenden Plastikkonsum aufmerksam, der vor allem die Tiere in den Weltmeeren bedroht. So waren die als Pinguine, Haie oder Schildkröten verkleideten Karnevalisten in Fischernetzen voller Verpackungen gefangen. „Der Karneval ist für uns eine Steilvorlage, um auf dieses sehr akute Problem aufmerksam zu machen“, sagt Pinguin Marina Schulz. Die Menschen hätten Spaß. Dies sei perfekt, um eine solche Botschaft zu senden.

Schlusspunkt im Kreuzfahrtsschiff

Auch der Gospel-Chor „Christ Embassy“ aus Laatzen zog die Blicke auf sich. Die überwiegend dunkelhäutigen Männer und Frauen zogen in Deutschland-Fahnen und Perücken in Schwarz-Rot-Gold durch die Innenstadt. Die KHK-Jury kürte jedoch den Hannoverschen Carnevalsclub aus Empelde als beste Fußgruppe. Das Musikkorps „Dance und Drums“ holte sich den Titel bei den Fanfaren.

Den Schlusspunkt setzte Prinz Carsten I. und Prinzessin Tina I., in ihrem Kreuzfahrtschiff. Das hannoversche Prinzenpaar kam ganz am Ende des Zuges – wie das auch in der Köln so üblich ist. Doch auch so, muss sich Hannover vor den Karnevalshochburgen dieser Republik längst nicht mehr verstecken.

Von Sascha Priesemann