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Meine Stadt Strahlt am Maschsee bald wieder der Sowjet-Stern?
Hannover Meine Stadt Strahlt am Maschsee bald wieder der Sowjet-Stern?
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13:44 18.11.2009
In der Diskussion: Soll das Mahnmal (rechts) den Sowjet-Stern zurückbekommen? Quelle: Schaarschmidt

Von Dirk Altwig

Hannover. 60 Jahre nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus sei dauernde Erinnerung eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Verbrechen der Nazis nicht wiederholen, begründet List. Und zum Roten Stern: „Bis heute wird das Denkmal von Delegationen aus der ehemaligen Sowjetunion besucht. Es ist Zeit, das Denkmal gemäß der historischen Vorlage zu rekonstruieren.“

Ende August stand der Antrag erstmals auf der Tagesordnung des Kulturausschusses. Anders als bei vielen Anträgen kleiner Parteien wurde er allerdings nicht gleich von Rot-Grün abgelehnt. Die SPD-Fraktion zog den Vorschlag damals zur weiteren Beratung in die Fraktion. List ärgert sich inzwischen über die lange Beratungsdauer und vermutet: „Ich habe fast den Eindruck, der Antrag soll umgemünzt werden.“

Denkmäler sind ein schwieriges Thema, gerade, wenn sie mit der deutschen Geschichte bis 1945 zu tun haben – das erlebt auch gerade Burgwedel. Dort wird darüber diskutiert, ob auf einem neuen Denkmal auch die Namen von Burgwedeler SS-Angehörigen genannt werden dürfen.

Auch am Maschsee ist die Situation nicht einfach. Dort liegen zwar 154 ermordete Kriegsgefangene aus der ehemaligen Sowjetunion, aber auch 232 Tote aus Konzentra#tionslagern. Unter ihnen sind Sowjets, aber auch Holländer, Belgier, Griechen, Polen, Jugoslawen oder Franzosen.

Über all diesen Toten wieder einen Sowjetstern anzubringen, ist heikel. Das gilt besonders mit Blick auf Polen, das nicht nur von der Wehrmacht, sondern auch von der Roten Armee besetzt wurde. Und natürlich stellt sich die Frage, ob das angemessen ist. Allein dem Diktator Stalin fielen Millionen Menschen zum Opfer. Die Schätzungen reichen von drei bis neun Millionen Toten, bis zu 17 Millionen könnten es sein, wenn auch Hungertote einbezogen werden. Der Sowjetstern ist – im Zeichen des Kalten Krieges – Mitte der 50er Jahre entfernt worden. Mehrmals wurde das Mahnmal beschädigt, 1979 sogar durch einen Sprengstoffanschlag.

Im städtischen Kulturdezernat ist noch nicht entschieden, welches Vorgehen der Politik vorgeschlagen wird. „Wir sind derzeit in Gesprächen mit dem russischen Generalkonsulat“, sagt eine Sprecherin, „wir wollen einen sensiblen Dialog.“

Auch Ulrike Bittner-Wolff, kulturpolitische Sprecherin der SPD, legt sich zum Sowjetstern noch nicht fest. „Wir warten erstmal die Fakten ab. Wir möchten nicht, dass das Thema zu Verstimmungen führt, sondern einen breiten Konsens.“

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