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Meine Stadt Straftatenranking: Verzerrtes Bild?
Hannover Meine Stadt Straftatenranking: Verzerrtes Bild?
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00:22 26.04.2018
HANDFEST: Im Städtevergleich liegt Hannover auf Rang zwei bei der Zahl der Straftaten – die Polizei erklärt in der NP, warum das ein verzerrtes Bild sei.
HANDFEST: Im Städtevergleich liegt Hannover auf Rang zwei bei der Zahl der Straftaten – die Polizei erklärt in der NP, warum das ein verzerrtes Bild sei. Quelle: Foto: dpa
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HANNOVER

Laut den Zahlen der neuesten Gesamt-Kriminalstatistik (wird Anfang Mai veröffentlicht) soll Hannover die Stadt sein, wo mit 14 616 Fällen je 100 000 Einwohner deutschlandweit die zweitmeisten Straftaten erfasst werden – nach Frankfurt am Main mit 14 900 und vor Berlin mit 14 558. Das Ergebnis hat mehrere Gründe und ist nicht so einfach, wie es die schlichten Zahlen nahelegen. Die NP hat die Polizei Hannover um Erläuterung gebeten.

Um einen reellen Vergleich zu ziehen, müssten wesentliche Faktoren – insbesondere die Anzeigenbereitschaft – einbezogen und die einzelnen Deliktsfelder genauer beleuchtet werden, heißt es. Geografische Voraussetzungen, Infrastruktur und Besonderheiten der Städte spielten eine wichtige Rolle (Kreuzung der Autobahnen 2 und 7, Messestadt mit großen Messen, Bundesligaverein, Flughafen).

Auch der Personaleinsatz in Form von Ladendetektiven und Kontrolleuren von Geschäften und Nahverkehrsbetrieben sowie deren Auslobung von „Fangprämien“ für Ladendieben und (bisher auch) Schwarzfahrern hätten entscheidenden Anteil an der Anzeige und Aufklärung von derartigen Delikten. Und im Vergleich zu anderen Städten würden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover etwa Straftaten aufgrund Gewalt in der Familie mit dem „Hannoverschen Interventionsprogramm“ konsequent verfolgt und zur Anzeige gebracht.

All diese Faktoren seien anhand der einfachen Betrachtung der Häufigkeitszahlen im Vergleich nicht berücksichtigt und verzerrten so das Bild.

Abgesehen davon weist die jüngst für die Region Hannover veröffentlichte Kriminalstatistik 2017 wie berichtet „in nahezu allen Bereichen“ geringere Straftaten-Fallzahlen als im Vorjahr auf: statt 121 698 waren es 114 685 – 7013 (5,76 Prozent) weniger. Besonders rückläufig waren die Fallzahlen bei Kfz-Diebstahl (knapp 31 Prozent), Raub (über 14 Prozent) und Körperverletzung (nahezu sechs Prozent).

Von Ralph Hübner

23.04.2018
26.04.2018