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Meine Stadt Steintor: Wie viel Grün darf es sein?
Hannover Meine Stadt Steintor: Wie viel Grün darf es sein?
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21:16 04.02.2019
Wird weiter heiß diskutiert: Die Zukunft von Hannovers Steintorplatz. Die einen wollen mehr Grün, andere fürchten, dass dadurch Dealer und Drogensüchtige angelockt werden. Quelle: Kutter
Hannover

Eindeutig und unverwechselbar ist die DNA eines Menschen. Einen solchen Gencode sollte die große Bürgerbeteiligung auch für das Steintor liefern. Die Platz-DNA soll professionellen Planern als Richtschnur dienen. Bei ihrer Vorstellung am Montagabend im Alten Rathaus wurde allerdings deutlich: Vieles ist ganz und gar nicht eindeutig. Die künftige Gestaltung des Steintors bleibt ein Ringen um Kompromisse.

Immerhin: Die Bebauung ist definitiv vom Tisch. Und schöner und anders werden soll und muss es – auch darüber herrscht Einigkeit. In wichtigen Fragen jedoch gehen die Meinungen weit auseinander. Gestritten wird vor allem ums Grün. Die einen wollen möglichst viel davon. Eine Bürgerin hatte sogar 200 Unterschriften dafür gesammelt. Sie wünscht sich eine „grüne Lunge“. Auch Wasser solle es auf dem Platz geben, für mehr Aufenthaltsqualität.

Angst vor Dealern und Süchtigen

Anderen ist das ein Graus. Massimo Dall’Asta, der das Eiscafé auf dem Platz betreibt, fürchtet, dass sich hinter Büschen, Beeten und Bäumen Dealer, Drogensüchtige und Trinker breitmachen. Seine Vorstellung sieht so aus: „Den Platz begradigen, die Mauern weg – und versuchen die Drogenszene wegzubekommen. Mit Grünflächen bekommen wir das Problem nicht gelöst“.

Auch Klaus Overmeyer vom Berliner Büro Urban Catalyst, das die Steintor-Bürgerbeteiligung organisiert, räumte ein, dass „das Thema Grün heiß umkämpft“ gewesen sei. Er schlug vor, gezielt einige neue Bäume zu pflanzen, die sperrigen Hochbeete jedoch zu entfernen. An deren Erhalt habe sich auch niemand interessiert gezeigt.

Mehr Grün heißt auch, dass weniger Platz für größere Veranstaltungen bliebe. Auch das gefiel nicht allen. Zudem wünschten sich vor allem Jugendliche Spiel- und Sportgeräte auf dem Platz. Stadtbaurat Uwe Bodemann setzte sich dafür, „nicht das eine gegen das andere zu stellen“. Es sei Aufgabe der Planer, Antworten auf die Frage zu finden, wie sich mehr Grün verwirklichen ließe – und gleichzeitig Veranstaltungen möglich blieben. Er erinnerte allerdings auch daran, dass es „344 Tage gibt, wo keine Veranstaltungen sind“.

Kritik an Goseriede-Gestaltung

Viel Raum dafür gäbe es an der benachbarten Goseriede. Mit der zeigten sich viele unzufrieden. „Wir müssen über diesen Platz neu nachdenken“, forderte der Architekt Christian Harder – obwohl dieser erst vor einigen Jahren komplett neu gestaltet wurde. „Tot“ sei der Platz, nur eine „große, weiße Fläche“, kritisierte ein anderer Bürger. Eine Forderung aus der Bürgerbeteiligung: Goseriede und Steintor sollen mehr im Zusammenhang gedacht werden.

Viel Zuspruch gab es für die Idee, den Steintor-Platz besser mit Gebäuden an seinem Rand zu fassen. Im südlichen Bereich passiert schon etwas. Dort soll ein Hotel entstehen. Probleme macht der Nordmannblock auf der gegenüberliegenden Seite. Er gehört vielen verschiedenen Eigentümern, die sich nicht einig sind. Stadtbaurat Bodemann kündigte aber an, das Baurecht an dieser Stelle zu ändern und höhere Gebäude zuzulassen. Das könnte die Eigentümer motivieren neu zu denken oder an interessierte Investoren zu verkaufen.

So geht es jetzt weiter

Ein weiterer Punkt, über den weitgehend Konsens herrscht: Rad- und Fußverkehr sollen besser getrennt werden, damit es seltener zu Konflikten kommt. Auch dazu sollen Planer Vorschläge machen.

Voraussichtlich im Sommer soll der Wettbewerb starten. Nicht anonym wie üblich. Voraussichtlich sechs Büros sollen ausgewählt werden, die sich vorstellen müssen und ihre Ideen im Herbst im einem Zwischenbericht vorstellen sollen. Für Anfang 2020 erwartet die Stadt Ergebnisse.

Von Christian Bohnenkamp

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