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Meine Stadt Statistik zur Kriminalität: So sicher sind Hannovers Stadtteile
Hannover Meine Stadt Statistik zur Kriminalität: So sicher sind Hannovers Stadtteile
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19:16 04.10.2019
Kellereinbruch: Die Zahl der Straftaten hat in Hannover 2018 abgenommen. In ihrem Sicherheitsbericht haben Stadt und Polizei jetzt die Zahlen für jeden einzelnen Stadtteil aufgeschlüsselt. Quelle: NP
Hannover

Hannovers Mitte ist weiterhin der kriminellste Stadtteil der Landeshauptstadt, in Vahrenheide steigt die Zahl der Drogendelikte und in Döhren gibt es weniger Wohnungseinbrüche. Polizei und Stadt haben am Freitag den Sicherheitsbericht für das Jahr 2018 veröffentlicht. Die Kriminalstatistik ist auf einzelne Stadtteile heruntergebrochen, im gesamten Stadtgebiet flossen darin 70.212 Straftaten ein, von denen 62.798 den 13 Stadtbezirken beziehungsweise 51 Stadtteilen zugeordnet werden.

Der Sicherheitsbericht betrifft ausschließlich Delikte, die einen Bezug zum öffentlichen Raum haben oder das Sicherheitsempfinden der Bürger vor Ort im besonderen Maße beeinflussen: Raubdelikte, Körperverletzungen, Diebstahlsdelikte, Sachbeschädigungen und Drogendelikte. Stadt und Polizei betonen, die Veröffentlichung diene nicht dazu, Stadtteile zu vergleichen und so möglicherweise zu stigmatisieren. Ein Vergleich zwischen den Stadtteilen ist schon allein aufgrund individueller Faktoren wie Fläche, Einwohnerzahl, Infrastruktur oder unterschiedlicher Veranstaltungsdichte nicht möglich. „Da uns die Sicherheit im öffentlichen Raum und insbesondere das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger sehr wichtig ist, setzen wir mit der Veröffentlichung des Sicherheitsberichts den Grundstein für einen weiterhin konstruktiven Dialog zwischen allen beteiligten Institutionen. Dabei verfolgen alle Gremien das Ziel, die Landeshauptstadt zu einem noch sichereren Ort zu machen,“ äußert sich Polizeipräsident Volker Kluwe zur Vorstellung des Sicherheitsberichts.

Auch der Ordnungsdienst legt Zahlen offen

Erstmals werden auch Zahlen des 2018 eingerichteten städtischen Ordnungsdienst veröffentlicht. Demnach haben Mitarbeiter zwischen Juli und Dezember 2018 unter anderem über 21.000 Bürgergespräche geführt, knapp 2500 Platzverweise ausgesprochen und über 10.000 Ordnungswidrigkeiten angezeigt. Das Zusammenspiel mit der Polizei haben sich bewährt, lobt Jens Menge, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, beim Blick auf die Statistik. Dort werden für nahezu alle Stadteile auch die Einsatzorte und Aktivitäten der städtischen Ordnungshüter beschrieben. „Das zeigt, dass der Ordnungsdienst mittlerweile in der gesamten Stadt angekommen ist und nicht nur in der City.“ Sinkende Fallzahlen in fast allen Deliktgruppen – Grünen-Fraktionsvorsitzende Freya Markowis stellt der Polizei ein gutes Zeugnis aus. „Die Fallzahlen sinken ja seit Jahren. Trotzdem gibt es immer noch Situation, in denen sich gerade Frauen im öffentlichen Raum unsicher fühlen“, sagt sie. Sorgen bereitet ihr auch die Zunahme von rassistischen Beleidigungen gegenüber Migranten. „Die tauchen in keiner Statistik auf.“Auch CDU-Fraktionschef Jens Seidel lobt die Polizeiarbeit. Aber: „Was das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger betrifft, hat der Bericht nur eine begrenzte Aussagekraft. Die lässt sich nicht immer an Straftaten allein festmachen“, stellt er klar.

Meiste Straftaten im Bezirk Mitte

Die List ist nach Mitte der Stadtteil mit den meisten Straftaten: Insgesamt 3800 Delikte wurden hier angezeigt, 233 weniger als 2017. Den größten Posten der aufgeführten Tatgruppen machen Diebstähle (1733) aus. Wohnungseinbrüche (73) und gestohlene Kraftwagen (33) nahmen leicht zu. Zudem verzeichnete die Polizei 22 Raubdelikte und 239 Fälle von Körperverletzung.

Platz drei der kriminellsten Stadtteile nimmt die Südstadt ein (3171 Taten). Zu einem großen Teil ging es 2018 es auch hier um Diebstahl (1335). Dabei hatten es die Täter vor allem auf Fahrräder (364) abgesehen und Kraftfahrzeuge (28) abgesehen. 119 Autos wurden aufgebrochen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche stiegt leicht um fünf Taten auf 91 an.

Waldheim und Isernhagen Süd sind am sichersten

Sicherster Stadtteil in Hannover ist Waldheim. Lediglich 55 Straftaten verzeichnete die Polizei 2018 in dem allerdings auch sehr kleinen Stadtteil, darunter lediglich ein Raubdelikt, zwei Drogendelikte und sechs Körperverletzungen.

Ein weiterer Lichtblick in der Statistik: Isernhagen-Süd ist der zweitsicherste Stadtteil. Gerade einmal 114 Straftaten ereigneten sich hier 2018. Den höchsten Negativposten nehmen dabei zwar Diebstahlsdelikte ein: Mit 44 Taten hat sich die Anzahl gegenüber 2017 (86) aber fast halbiert. Auch bei den anderen Delikten sieht es erfreulich mager aus: Lediglich einen Raub und ein Drogendelikt musste der Stadtteil verkraften, dazu sieben Körperverletzungen und 17 Sachbeschädigungen.

Von André Pichiri

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