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Meine Stadt Hannover: Stand-Up-Paddling mit Rollstuhl
Hannover Meine Stadt Hannover: Stand-Up-Paddling mit Rollstuhl
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12:01 20.05.2019
MIT ROLLSTUHL AUF DEM MASCHSEE: Adrian Wachendorf (von links), Adde Renz, Ottmar Strehler, Henning Hofmann, Meike Lüder-Zinke und Phillip Christopher Möbus haben es ausprobiert. Quelle: Foto: Behrens
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Hannover

Phillip Christopher Möbus (27) sitzt in seinem Rollstuhl am Maschsee-Ufer und kann es vor Aufregung kaum erwarten. Er darf gleich zum ersten Mal in seinem Leben auf ein SUP-Board. Denn Stand-Up-Paddling ist jetzt auch für Menschen möglich, die gar nicht stehen können.

Die Lüneburger Firma Nature Guides hat Spezial-Boards entwickelt und diese der Rollstuhl-Gemeinschaft Hannover (RSG) am Sonntag zur Verfügung gestellt. Die RSG hat unter dem Motto „Stand-Up-Paddling bewegt jeden“ eingeladen – und möchte die Sportart nun in Hannover etablieren. „Jede Sportart, die gesunde Menschen machen können, sollte auch für Menschen mit Handicap möglich sein“, so Meike Lüder-Zinke (50), Vorsitzende der RSG.

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Änderung der Maschseeordnung

Für die Veranstaltung gab es eine Sondergenehmigung der Stadt, jetzt möchte Lüder-Zinke eine Änderung der Maschseeordnung erreichen, die die Sportart an allen Tagen möglich macht. Denn eigentlich verbietet die Stadt Schlauchboot-ähnliche Wasserfahrzeuge auf dem Maschsee.

Das speziell für den inklusiven Wassersport angefertigte Board ist mit drei luftbefüllten Kammern versehen, sodass ein Umkippen unmöglich ist. Auf dem Board gibt es Befestigungsvorrichtungen für Rollstühle. Im Moment gibt es nur den Prototyp, ab August geht es in Serienproduktion. Die Motivation des Erfinders Adrian Wachendorf (37): „Ich möchte Menschen mit Handicap die Angst vor Wasser nehmen.“ Außerdem spreche die Sportart die Muskeln spezieller an als bei anderen inklusiven Sportarten.

Das begeisterte auch Petra Wontorra (60). Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung wollte das SUP im Rollstuhl auch ausprobieren. „Es ist etwas anderes als am Rehagerät zu trainieren. Hier hat man Spaß mit gesunden und nicht gesunden Menschen – und nebenbei trainiert man seine Muskulatur.“

Von Josina Kelz