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Meine Stadt Auf den Spuren der Reformation in Hannover
Hannover Meine Stadt Auf den Spuren der Reformation in Hannover
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19:04 31.10.2019
Besuch bei Luther: Am Denkmal vor der Marktkirche gab es manches zu entdecken. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Das Lutherdenkmal an der Marktkirche, die Kreuzkirche oder der Vierkirchenblick – all das sind Orte in Hannover, die von der Reformation erzählen.

Am Donnerstag – als der Reformationstag zum dritten Mal in Niedersachsen als Feiertag galt – nutzten rund 35 Teilnehmer das Wetter und nahmen am Stadtspaziergang „Kirchen, Klöster und Konvent – Glaubensstätten in der Altstadt“ von Stattreisen teil – quasi auf den Spuren von Martin Luther und der Reformation.

Luther war nie in Hannover

Denn an diesem Tag wird die Erneuerung der Kirche gefeiert. Martin Luther (1483 bis 1546) spielte dabei eine wichtige Rolle, schließlich hat er am 31. Oktober 1517 den Anstoß für die Reformation gegeben, indem er seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg anbrachte. Mit den Thesen kritisierte er die katholische Kirche, vor allem aber den Ablasshandel. Und auch wenn Luther nie selbst in Hannover war, sind viele Spuren seines Wirkens in der Landeshauptstadt zu finden.

Stadtspaziergang „Kirchen, Klöster und Konvent – Glaubensstätten in der Altstadt“ durch Hannover.

Wie das Lutherdenkmal vor der Marktkirche. Während des Zweiten Weltkrieges sollte die Statue, die ursprünglich aus zwei weiteren Figuren bestand, eingeschmolzen werden. Doch die Skulptur blieb auf einem Sammelplatz in Hamburg als einzige unversehrt. „Es handelt sich um ein antikatholisches Denkmal“, erklärt Stadtführerin Barbara Fleischer. „In der linken Hand drückt er eine Bibel fest an sich. Mit seiner rechten Hand zeigt Luther eine Schwurgeste.“ Ein Symbol für den Schwur der Bürgerschaft auf die neue Lehre. „Eine Reformation von unten“, nennt es Fleischer. Das sei die Initialzündung der Reformation in Hannover gewesen. Schaut man etwas weiter nach unten, ist unter seinem linken Fuß eine Art Dokument zu erkennen. Er tritt nach Fleischers Interpretation auf eine päpstliche Bannbulle (Urkunde).

Tür der Marktkirche bildet Szenen aus dem Leben ab

Häufig gehen Besucher an der pompösen Eingangstür zur Marktkirche vorbei. Dabei werden auf der linken und rechten Seite unterschiedliche Szenen des Lebens dargestellt (Concordia und Discordia). „Die linke Seite beispielsweise zeigt eine Frau, die ihr Kind aus einem brennenden Haus rettet, wogegen die rechte Seite den Bau eines neuen Hauses darstellt“, erklärt Fleischer.

Weniger sichtbar, aber von ebenfalls von beeindruckender Wirkung ist ein Kreuz aus Pflastersteinen einige Meter vor dem Eingang. „Es ist der so genannte Vierkirchenblick“, erklärt Fleischer. Stellt man sich dorthin und dreht sich um die eigene Achse sind die Kirchturmspitzen der Marktkirche, der Aegidienkirche, der Kreuzkirche und der Neustädter Kirche zu sehen.

„So kennt man seine Stadt wirklich“

Besucherin Christiane Bamber nimmt bereits zum fünften Mal an einer Führung der Stattreisen teil und mag genau diesen besonderen Blick. „Ich interessiere mich sehr für die hannoversche Stadtgeschichte“, so die 55-Jährige. Durch das neue Wissen gehe sie mit ganz anderen Augen durch Hannover. „So kennt man seine Stadt wirklich“, sagt sie.

Auch das Kloster in der Altstadt spiegelt die Reformation – dort hat inzwischen der niedersächsische Landtag seinen Sitz. Die Mönche mussten im Zuge der Reformation Protestanten werden oder die Stadt verlassen. Eine weitere und wichtige Wende, wie Fleischer berichtet: „Dass das große und mächtige Kloster damals geschlossen wurde, war eine große und bedeutsame Veränderung.“

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