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Meine Stadt Stadt will elf gefährliche Werbetafeln umsetzen
Hannover Meine Stadt Stadt will elf gefährliche Werbetafeln umsetzen
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15:25 26.02.2019
Stört: Diese Litfaßsäule an der Ecke Celler Straße und Lister Meile. Es dauerte, bis das auch die Stadt einsah. Nun soll die Säule aber versetzt werden. Quelle: Dröse
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Hannover

Gleich mehrfach hatte die Bauverwaltung in öffentlichen Sitzungen bestritten, dass die neu im Stadtgebiet aufgestellten Werbetafeln gefährlich für den Verkehr seien. Erst nach heftigem Gegenwind aus der Politik erklärte sie sich bereit, die neuen Standorte noch einmal zusammen mit der Polizei anzuschauen. Das Ergebnis: Elf von 21 Werbeträgern, die untersucht wurden, sollen tatsächlich versetzt werden.

Dazu gehört auch die besonders heftig umstrittene Litfaßsäule, die die Stadt mitten auf einer Fußgängerinsel an der Ecke Lister Meile und Celler Straße genehmigt hatte. Schon im Sommer letzten Jahres hatte der Bezirksrat mit großer Mehrheit den sofortigen Abbau des Werbeträgers gefordert.

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Polizei bei Begutachtung der Werbetafeln dabei

Laut Stadt wurden bei der Begutachtung der Werbetafeln, an der das Tiefbauamt, die Polizei und die Straßenverkehrsbehörde beteiligt waren, „Optimierungsmöglichkeiten festgestellt“. Sie wolle nun mit dem „Betreiber der Werbeanlagen in Kontakt treten und die möglichst kurzfristige Versetzung der Anlagen veranlassen“. Dabei handelt es sich um die Firma Ströer, von der die Stadt Geld dafür kassiert, dass sie Werbung an Hannovers Straßen platzieren darf.

Für die elf betroffenen Werbetafeln habe man „im Nahbereich alternative Standorte“ gefunden, die in Sachen Verkehrssicherheit geeignet seien, erklärt die Stadt. Untersucht worden seien Faktoren wie Sichteinschränkungen, Abstände zu Fahrbahnen und Radwegen, signifikante Beeinträchtigungen von Fahr- und Laufwegen sowie potenzielle Ablenkungen vom Verkehrsgeschehen, teilt die Verwaltung in einer Drucksache mit, in der sie die Politik über das Ergebnis der Untersuchungen informiert.

Grüne wollen Werbung komplett abschaffen

Den Grünen im Bezirk Mitte reicht es allerdings nicht, dass elf Werbetafeln versetzt werden sollen. Sie hatten der Stadt eine deutlich längere Liste mit problematischen Standorten vorgelegt. Nur sechs davon seien überhaupt untersucht worden, kritisiert die Grüne Julia Stock. Sie alle sollen nun versetzt werden. Stock geht angesichts dieser Quote davon aus, dass noch viel mehr Reklametafeln an den Straßen gefährlich für den Verkehr sind. „Alle Standorte müssen überprüft werden“, fordert sie.

Es sei „nicht Aufgabe von Politik und Bevölkerung, jeden störenden Standort einzeln an die Verwaltung heranzutragen. Dies hätte präventiv geschehen sollen. Hier war das Interesse des Werbeanbieters aber wohl zu hoch gewichtet“, ärgert sich Stock. Es sei „an der Zeit, sogar ein werbefreies Hannover anzustreben“. Nicht nur wegen der Verkehrssicherheit, sondern auch, weil dadurch die Ästhetik der Stadt gestört werde, so Stock.

Von Christian Bohnenkamp