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Meine Stadt WhatsApp-Verbot nicht zu halten
Hannover Meine Stadt WhatsApp-Verbot nicht zu halten
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06:00 22.09.2018
WhatsApp Quelle: picture alliance
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Hannover

An diesem Verbot ist auch OB Stefan Schostok gescheitert. Bis zum 15. September sollte der Messenger-Dienst Whats App von allen Dienst-Handys der Stadt entfernt sein. Bis Mitte dieser Woche aber konnte man den Verwaltungschef so noch erreichen, ergab ein Test der NP.

Der städtische Fachbereich Personal und Organisation hat inzwischen eingeräumt, dass der „vorher angekündigte Termin aus organisatorischen Gründen nicht zu halten“ war. Jetzt bekommen alle Mitarbeiter eine neue Frist. Zum 26. September werden die Messenger-Dienste auf die Liste der unzulässigen Apps gesetzt.

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Sollte Whats App dann nicht entfernt sein, bekommt der Mitarbeiter erst mal eine Hinweis-Mail. Drei Tage später werden Mails, Kontakte und Kalender von seinem Dienst-Handy gelöscht.

Schostok setzt ein „Signal“

Angst vor solchen Sanktionen muss der OB nicht haben. Whats App hat er jetzt von seinem Handy verschwinden lassen und stattdessen „als Übergangslösung“ den Messenger-Dienst Signal installiert. Der Fachbereich Personal und Organisation gibt dazu nicht nur ihm grünes Licht, behält sich aber neue Empfehlungen nach Bewertungen einer Projektgruppe vor.

Erhebliche Bedenken gegen das Whats-App-Verbot hatten vor allem die städtischen Jugendeinrichtungen – die so Kontakt zu vielen Nutzern halten. Der Kompromiss für sie: „Für unabweisbar dienstliche Zwecke“ wird die Stadt gegebenenfalls ein zweites Smartphone zur Verfügung stellen, das dann allerdings von Funktionen wie E-Mail, Kalender und Kontakten abgeschnitten ist.

Beim Verbot geht es laut Stadt ausschließlich um Datenschutz. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Zuge der Rathausaffäre spielten keine Rolle. Die intensive Nutzung von Whats App gerade bei OB Schostok und seinem Ex-Büroleiter Frank Herbert hat al­lerdings mit dazu geführt, dass die Ermittlungsbehörden derzeit 1,5 bis zwei Terabytes Daten auswerten müssen. Die Menge entspricht dem Inhalt von 314 572 bis 419 430 Bibeln.

Von Vera König