Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Stadt empfiehlt: Hannover soll dem Hansebund beitreten
Hannover Meine Stadt Stadt empfiehlt: Hannover soll dem Hansebund beitreten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 13.05.2018
Bündnis mit Geschichte: Spätestens seit dem 14. Jahrhundert mischte Hannover bei der Hanse mit. Nun will die Stadt wieder dem Städtebund beitreten. Quelle: Montage: HAZ
Anzeige
Hannover

Eine der berühmten Koggen wird es kaum aus der Nord- oder Ostsee über die Leine nach Hannover geschafft haben. Eng verbunden war die Stadt mit der Hanse dennoch. So eng, dass sie nun sogar dem Städtebund „Die Hanse“ beitreten will.

Eine Idee, die viele zunächst nicht besonders Ernst nahmen. Denn sie kam von der Satirepartei „Die Partei“, die bei der letzten Kommunalwahl den Sprung in Hannovers Rat geschafft hatte. Die anderen Parteien – immerhin – stellten nicht auf stur und beauftragten die Verwaltung zu prüfen, ob das nicht vielleicht doch ganz gut sein könnte mit dem Hansebund. Hildesheim, Braunschweig und Göttingen sind schließlich auch dabei – und es scheint den Kommunen nicht geschadet zu haben.

Anzeige

Stadt hofft auf „internationale Profilbildung

Also prüfte die Stadt. Und kommt nun zu dem Ergebnis, dass die Mitgliedschaft in dem Städtebund sowie im Hanseverein für Hannover die Chance mit sich bringe, „sich in Europa noch stärker zu verankern und Europa so aktiv mitzugestalten“. Touristische und wirtschaftliche Aspekte stünden nicht im Vordergrund. Zur „internationalen Profilbildung“ werde die Mitgliedschaft „gleichwohl einen bedeutenden Beitrag leisten können“.

Allzu teuer wird es wohl auch nicht. Für die Mitgliedschaft im Städtebund „Die Hanse“ entstünden einmalig Kosten von 300 Euro für die Registrierung auf der Homepage sowie jährliche Administrationskosten für die Webseite in Höhe von 50 Euro. Außerdem kalkuliert die Stadt mit jährlich 3000 Euro für Netzwerktreffen oder eigene Veranstaltungen. Das sollte trotz Kostenexplosion beim Brandschutz des Sprengel-Museums noch drin sein.

„Dass der Beitritt zur Hanse eine sinnige Sache ist, war mir schon nach fünf Minuten klar“, sagt Julian Klippert, Fraktionschef der „Partei“ im Rat. Zwar hätten die anderen Fraktionen dafür etwas länger gebraucht. „Aber letztendlich zählt nur das Ergebnis. Und das ist eindeutig“, freut sich Klippert. Zwar verpasse Hannover den diesjährigen Hansetag. 2019 gehe es dann aber nach Pskov in Russland. „Da wollte ich schon immer einmal hin“.

Hannovers Geschichte in der Hanse

Nicht nur große Küstenstädte wie Lübeck, Hamburg, Bremen oder Rostock gehörten im Mittelalter der Hanse an, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch sowie kulturell ein Faktor war.

Auch viele Binnenstädte waren Teil des Bündnisses. Hannover soll spätestens seit dem 14. Jahrhundert in der Hanse aktiv gewesen sein. Die Stadt gehörte dem sächsischen Viertel der Hanse an, das die damals bedeutenderen Städte Braunschweig und Magdeburg anführten.

In Hannovers Stadtarchiv sind Briefe und Akten aufbewahrt, die von den Beziehungen Hannovers zur Hanse berichten. Zu den ältesten dort erhaltenen Urkunden gehört eine aus dem Jahr 1264, die hannoverschen Kaufleuten freies Geleit gewährte, damit sie auf Hamburger Gebiet Handel betreiben konnten. Sogar im norwegischen Bergen sollen hannoversche Händler aktiv gewesen sein.

Von Christian Bohnenkamp