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Meine Stadt Stadiongänger prügeln sich vor 96-Spiel
Hannover Meine Stadt Stadiongänger prügeln sich vor 96-Spiel
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00:18 26.12.2018
Mehrere Stadiongänger haben sich am Sonnabend vor dem 96-Spiel gegen Düsseldorf geprügelt. Quelle: Screenshot
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Hannover

Das Spiel von Hannover 96 gegen Fortuna Düsseldorf am Sonnabend haben gleich mehrere Stadionbesucher verpasst. Sie prügelten sich an Nordeingang der HDI-Arena noch vor dem Anpfiff. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 35 Personen in Gewahrsam. Fans von Fortuna Düsseldorf sollen nach Angaben der Polizei an der Auseinandersetzung nicht beteiligt gewesen sein.

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Die Hitzköpfe erwarte nun ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruch, einer der Beteiligten blieb bis 19 Uhr in einem richterlich angeordneten Verhinderungsgewahrsam. Verletzte habe es nicht gegeben. Der Grund für die Auseinandersetzung ist noch unklar. Nach NP-Informationen soll es sich aber um eine politische Auseinandersetzung zwischen links- und rechtsgerichteten Personen gehandelt haben. Aktivisten der linken Kampagne „Hannover Rechtsaußen“ stellten am Sonntag ihre Sicht der Dinge in einer Mitteilung im Internet dar: Demnach hätten sie in der HDI-Arena Flyer verteilt, um auf „rechte bis extrem rechte Haltungen“ in Teilen der 96-Fanszene aufmerksam zu machen. Daraufhin hätte sich eine Gruppe von mehreren Personen genähert, die „unvermittelt“ auf die Aktivisten eingeschlagen haben sollen.

Die Beamten hätten „durch ihr Verhalten den rechten Fans den Rücken“ gestärkt und den Angreifern den Rückzug in die Nordkurve ermöglicht, kritisiert die Kampagne „Hannover Rechtsaußen“. Jedoch gibt es widersprüchliche Angaben. Nach NP-Informationen könnten es die Aktivisten auch selbst auf eine Eskalation abgesehen haben. Zeugen hatten beobachtet, dass sie teilweise vermummt gewesen sein sollen.

Das Bündnis „Hannovereint“, dass sich aus der Fanszene heraus gegründet hat, spricht indes von einer gezielten Provokationen von „vermeintlichen Antifaschisten“ für die auch Ultras von verfeindeten Vereinen wie etwa Werder Bremen rekrutiert sein sollen. Diese seien mit Zahnschutz, Quarzhandschuhen und Boxbandagen ins Stadion gekommen. „Es handelte sich nicht um einen Rechts-Links Konflikt, sondern um das beherzte Vorgehen des Auffangbeckens Fußball gegen eine politische Extreme“, heißt es in einer Mitteilung, die am Sonntagabend veröffentlicht worden ist. Die 96-Fanszene hätte sich mehrfach gegen Nazis eingesetzt.

Von Sascha Priesemann