Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Jagau will den Gender-Stern nicht
Hannover Meine Stadt Jagau will den Gender-Stern nicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 31.01.2019
Will keinen Stern: Regionspräsident Hauke Jagau (links) lehnt die neuen Sprachregeln der Stadt Hannover für seine Verwaltung ab. Seine Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt (rechts) würde sie jedoch gerne einführen.
Will keinen Stern: Regionspräsident Hauke Jagau (links) lehnt die neuen Sprachregeln der Stadt Hannover für seine Verwaltung ab. Seine Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt (rechts) würde sie jedoch gerne einführen. Quelle: Franson
Anzeige
Hannover

Geschlechtergerecht soll die Verwaltungssprache der Stadt Hannover werden. Bei der Region werden die neuen Regeln, die bundesweit für Aufsehen sorgten, jedoch nicht kommen. Regionspräsident Hauke Jagau lehnt sie ab.

„Die Region Hannover verwendet konsequent sowohl die weibliche als auch die männliche Form in der Personenbezeichnung. Es gibt derzeit nicht den Plan, dies zu ändern“, sagt Sprecherin Christina Kreutz. Heißt: Das Sternchen, das auch das sogenannte dritte Geschlecht berücksichtigen soll, wird erst einmal nicht Teil der Verwaltungssprache der Region.

Gleichstellungsbeauftragte sieht es anders als Jagau

Petra Mundt, die Gleichstellungsbeauftragte der Region, ist jedoch anderer Meinung als Jagau. Sie würde die Regeln der Stadt Hannover gerne einführen. „Ich finde den Stern super“, sagte sie der NP. Seine Verwendung sei auch „eine Frage des Respekts“ gegenüber Personen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen.

Aus der Politik gibt es nun auch in der Region Initiativen, den Genderstern doch einzuführen. Gerade Verwaltungen hätten „eine Vorbildfunktion“ gegenüber den Mitbürgern, sagt Jessica Kaußen, die Fraktionsvorsitzende der Linken.

Auch die Grünen wollen den Genderstern bei der Region etablieren. „Es liegt in unserer Verantwortung, alle anzusprechen“, sagt Evrim Camuz, Fraktionschefin der Grünen.

CDU: Sprachumerziehung fördert Politikverdrossenheit

Eine Mehrheit in der Regionsversammlung gibt es dafür aktuell aber nicht. Camuz berichtete, sie habe am Dienstag vergeblich versucht, SPD und CDU von dem Vorhaben zu überzeugen.

„Die gewachsenen Strukturen der deutschen Sprache sollten nicht durch politisch motivierte Eingriffe verunstaltet werden“, erklärt CDU-Fraktionschef Bernward Schlossarek. Eine solche Sprachumerziehung fördere die Politikverdrossenheit. Die bisherigen Regeln zur Verwaltungssprache seien „ausreichend“, so Schlossarek.

Von C. Bohnenkamp