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Meine Stadt So cool ist das Drachenbootrennen auf dem Maschsee
Hannover Meine Stadt So cool ist das Drachenbootrennen auf dem Maschsee
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10:34 12.06.2019
8.6.2019 , Drachenbootrennen 2019, Foto: Florian Petrow Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Sie gaben alles, und als das Ziel endlich erreicht war, konnten die Zuschauer am Nordufer des Maschsees manch einem Paddler den Wunsch nach einem Sauerstoffzelt im Gesicht ablesen. Doch jeder weiß: Beim Drachenbootrennen des Hannoverschen Kanu-Clubs (HKC) geht es nicht nur um den Sieg.

Der Wind ist tückisch

Vor allem die Hobbyteams in der Fun-Klasse genossen die lockere Atmosphäre und widmeten sich in den Pausen nicht unbedingt der idealen Rennvorbereitung. So kann es passieren, dass die „Drachentöter“ schnell mal ihren Steuermann vermissen, der irgendwo in der Menge verloren gegangen ist.

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Drachenbootrennen auf dem Maschee

Doch Steuermänner hatten es am Sonnabend sowieso schwer. „Es war sehr windig und wellig. Deswegen musste man aufpassen, dass man nicht ständig in die Wellen haut“, sagte Stefan (32). Er war der erfahrenste Mann beim Mixed-Team „Neptuns (D)Rache“. Im Betriebsboot der Deutschen Rentenversicherung saß zudem ein als Neptun verkleideter Trommler und heizte seinen Paddlern ein.

Sie waren nicht die einzigen die sich ein besonderes Outfit ausgedacht hatten. Die „Karpfenverschieber“ starteten etwa mit lustigen Fisch-Mützen. Die „Pink Dragons“ waren – wie es der Name schon sagt – in Pink gekleidet.

Den Ruderern von „Neptuns (D)Rache“ ist das Wasser nicht genug. Quelle: Priesemann

Hannover Supersonics ist seit 22 Jahren dabei

Ein Vierteljahrhundert gibt es das Drachenbootrennen des HKC bereits. Nur wenige Teilnehmer kennen aber noch die Anfänge. So wie zum Beispiel Fabian Beckmann (43). Er ist bereits seit 22 Jahren dabei, so lange gibt es auch schon sein Team „Hannover Supersonics“. „Das macht hier einfach Spaß. Es hat eine sehr familiäre Atmosphäre“, sagte Beckmann.

Sein Team fährt in der Regel eher im hinteren Feld als vorne an der Spitze mit. Einmal, 2002, gelang immerhin der zweite Platz – der größte Erfolg der Truppe, die als einer der wenigen Starter keinen großen Sponsor im Rücken hat. Die 550 Euro Anmeldegebühr zahlen die Teammitglieder selbst.

Hannover Supersonics ist bereits seit 22 Jahren dabei. Quelle: Priesemann

Dass dabei so gut wie nie der Sieg herausspringt, damit können sie leben. Mit ihren Partyhüten verzichteten die „Hannover Supersonics“ für den Spaß sogar auf die optimale Aerodynamik. „Die Hüte fallen uns auch ständig ins Wasser, aber wir haben genug davon“, versichert Beckmann, als sich das Team gerade mit einem Nachschub Bier zuprostet. „Das ist isotonisch und hilft bei der optimalen Performance“, sagt er und lacht.

Eines der größten Rennen Europas

Für die Organisatoren vom HKC war es bei einem der größten Drachenbootrennen Europas mit 137 Teams aus aller Welt nicht immer einfach. „Weil es so windig war, mussten sich die Boote immer wieder neu einreihen. Dadurch hat sich alles verzögert“, sagt Mareike Philipps vom HKC. Doch sie will auch nicht meckern: An sich habe man mit dem Wetter „wirklich Glück“ gehabt.

Von Sascha Priesemann