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Meine Stadt Hannover: Projekte helfen obdachlosen Kindern in der Notunterkunft
Hannover Meine Stadt Hannover: Projekte helfen obdachlosen Kindern in der Notunterkunft
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16:51 13.06.2019
In der Notunterkunft in der Podbielskistraße hat die AWO einen Spielkreis für Vorschulkinder eingerichtet. Ricarda (von links) und Udo Niedergerke finanzieren mit ihrer Stiftung das Projekt. Gabriele Schuppe, Fachbereichsleiterin bei der AWO und Erzieherin Anja Becker organisieren das Angebot in der Unterkunft. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Mit einer umfunktionierten Toilettenrolle und ein wenig Farbe malen die drei und vier Jahren alten Kinder der Notunterkunft für Obdachlose an der Podbielskistraße 115 ein farbenfrohes Blumenbild auf ein Blatt Papier. Es ist warm und stickig in dem kleinen Raum des Modulbaus. Dennoch wirken die sieben Kinder neben ihren beiden Erzieherinnen glücklich, arbeiten konzentriert an ihren Bildern.

Es ist eins der wenigen Angebote, dass sich um diese Kinder obdachloser Eltern kümmert. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Region Hannover organisiert seit Mai zweimal wöchentlich den Spielkreis und das Projekt „Fit für den Kindergarten“. Jeden Dienstag und Donnerstag kommen Honorarkräfte der AWO in die Unterkunft, um mit dem Kinder zu spielen, zu basteln – oder um Deutsch zu lernen.

Keine Krippen- und Kindergartenplätze

Viele der Kinder hätten damit große Schwierigkeiten, denn hauptsächlich lebten Roma-Familien in der Unterkunft, die vom Unternehmen Living Quarter betrieben werden. „Wir sprechen hier Deutsch mit den Kindern“, versichert Anja Becker vom Sprachförderangebot „Willkommen Kinder“ (Wiki).

Rund 30 Kinder im Krippen und Kindergartenalter seien in der Unterkunft Zuhause, in der nach Angaben der Stadt 116 Menschen untergebracht sind. „Sie haben alle keinen Krippen- oder Kitaplatz bekommen“, sagt Michelle Brandt, Erzieherin bei Living Quarter. Sie vermutet, dass die Einrichtungen in der List bereits überfüllt waren, als die Romafamilien Anfang des Jahres an die Podbielskistraße gezogen sind. Warum die Kinder keinen Platz gekommen haben, dazu konnte sich die Stadt am Mittwoch nicht äußern.

Städtischer Zuschuss sichert Fortsetzung

Somit bleibt für die Kinder nur der Spielkreis und die Arbeit von Brandt. Die Erzieherin ist rund 30 Stunden in der Woche in der Unterkunft und arbeitet eng mit der AWO zusammen. „Die Kinder können fast kein Deutsch. Damit sind Probleme in der Schule programmiert“, sagt AWO-Fachbereichsleiterin Garbriele Schuppe.

Finanziert wurde das Projekt zunächst mit 1300 Euro allein von der privaten Stiftung des Ärzte-Ehepaars Ricarda und Udo Niedergerke. „Uns ist es ein dringendes Anliegen, auch die Kleinsten auf diese Weise an das Bildungssystem heranführen zu können“, sagt Ricarda Niedergerke. Nun hat die Stadt mit weiteren Geld in Höhe von 4000 Euro dafür gesorgt, dass der Spielkreis noch bis zum Jahresende bestehen bleiben kann.

Projekt bereitet auf Schule vor

Denn AWO-Mitarbeiterin Irina Wittler sieht, dass sich die Kinder entwickeln. „Anfangs hatten sie zum Beispiel noch Probleme, mit der Schere umzugehen. Inzwischen klappt das deutlich besser.“ Sie schnappt sich hin und wieder die älteren Kinder, um sie in kleinen Gruppen auf die Schule vorzubereiten. „Dabei geht es auch darum, dass sie Grundregeln wie Pünktlichkeit erlernen“, erklärt Wittler.

Von Sascha Priesemann

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