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Meine Stadt Special Olympics: So schnell läuft Inklusion sportlich
Hannover Meine Stadt Special Olympics: So schnell läuft Inklusion sportlich
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19:04 06.11.2019
Ein gutes Team: Special-Olympics-Schirmherrin Meredith Michaels-Beerbaum mit Athletensprecher Jörg Trute. Quelle:  
Hannover

Es ging um Bronze, Silber und Gold – aber vor allem um Integration, Inklusion und Teilhabe an der Gesellschaft. Das Hallensportfest der Special Olympics brachte am Mittwoch im Sportleistungszentrum rund 250 Athleten mit geistigen Behinderungen aus ganz Niedersachsen zusammen. Auf der Laufbahn, im Schwimmbecken oder an der Tischtennisplatte kämpften sie um Siege und persönliche Bestmarken. Im Vordergrund standen aber Spaß an der Bewegung, Lebensfreude und große Emotionen.

Mit einem Lächeln verfolgt Meredith Michaels-Beerbaum den Vorlauf über die 60 Meter. Die 49-Jährige hat im Reitsport alles erreicht, vier Goldmedaillen bei Europameisterschaften und Weltreiterspielen, Bronze beim Olympia 2016 in Rio de Janeiro. Seit 2018 ist sie Schirmherrin der Special Olympics Niedersachens und das Hallensportfest ihr erster Auftritt bei einem großen Event. „Mit wie viel Energie und Motivation die Athleten hier dabei sind, ist beeindruckend und faszinierend“, sagt sie. „Ich selbst weiß sehr gut, welche Emotionen und Freude sportliche Wettkämpfe wecken. Schön, dass die Menschen hier auch solche Momente genießen können.“

So läuft Inklusion: Bei den Hallenmeisterschaften der Special Olympics kämpften am Mittwoch 250 Sportler aus ganz Niedersachsen um Bronze, Silber und Gold. Quelle: Florian Petrow

Erinnerungen an Abu Dhabi

Auf der Laufbahn vor der Weltklassereiterin geht gerade Valentina Beck über die Ziellinie. Die 28-Jährige aus Norderstedt ist körperlich eine der Kleinsten im Teilnehmerfeld, aber im Sprint und im Weitsprung eine ganz Große. Im Sommer nahm sie bei den Weltspielen in Abu Dhabi teil und erfüllte sich damit einen Traum, der ohne den Sport wohl für immer ein Traum geblieben wäre „Das war toll“, schwärmt sie noch heute. Ehrgeizige Ziele hat sie aber auch weiterhin: „Ich will mich immer weiter verbessern.“

Den Ball fest im Blick: Nico Schäfer gab im Tischtennis-Wettbewerb alles. Quelle: Florian Petrow

Einen internationalen Wettbewerb hat auch Kugelstoßer Christian Schlaikier (44) im Blick. 2023 steigen die Weltspiele in Berlin. „Das ist mein Ziel“, sagt er. Hannover ist ein erster Schritt dahin, sein erster Wettkampf nach vier Jahren gesundheitlicher Pause. 11,60 Meter und eine Medaille hat er sich als Ziel gesetzt. Schon in der Vorrunde fliegt seine Vier-Kilo-Kugel über zehn Meter weit und bescherte dem Norderstedter so das Finale. Dabei geht es bei den Special Olympics um mehr als Bestleistungen. „Ich kann Kontakte zu anderen Sportlern knüpfen oder Bekannte wiedertreffen. Das ist das Schöne“, sagt Schlaikier.

Lebensfreude und Selbstbewusstsein

Auch Christoph Nacke (17) aus Buchholz merkt man an, wie viel Lebensfreude und Selbstbewusstsein über das Thema Sport vermittelt werden können. „Es macht einfach riesig viel Spaß“, strahlt der 17-Jährige, für den Hannover zudem ein gutes Pflaster ist. „Hier habe ich meine erste Goldmedaille geholt“, so der 60-Meter-Sprinter.

Inklusion und Integration von Menschen mit Behinderungen – wo Politik und Gesellschaft sich auf einigen Ebenen schwertun, ist der Sport schon weiter. „Es geht um Teilhabe an der Gesellschaft“, erklärt Julia Mitschke, Sprecherin der Special Olympics Niedersachsen den Kerngedanken der Organisation. Dazu gehört auch, Menschen mit geistigen Behinderungen Verantwortung zu geben. Jörg Trute hat das Down-Syndrom und ist seit neun Jahren Niedersachsens Athletensprecher. Nach drei Wiederwahlen scheidet er 2020 aus – schweren Herzens, wie er betont. „Es hat mir immer viel Spaß gemacht“, so der Mann aus Isenbüttel im Landkreis Gifhorn.

Gut angelegtes Geld: Die KKH-Krankenkasse (r. Vorstandschef Wolfgang Matz) übergab einen Scheck über 95.000 Euro an Christiane Krajewski und Mark Solomayer von Special Olympics. Quelle: Florian Petrow

KKH spendet 95.000 Euro  

Diese Arbeit kostet Geld. Ohne finanzielle Förderung geht auch bei den Special Olympics nichts. Entsprechend groß war am Mittwoch die Freude über einen Scheck von der KKH-Krankenversicherung. 95.000 Euro, die beim jüngsten KKH-Lauf eingenommen wurden, gehen an den Bundesverband der Special Olympics. Für KKH-Vorstandschef Wolfgang Matz war es „ein Herzensanliegen, diese Inklusionsbewegung zu unterstützen“.

Von André Pichiri

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