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Meine Stadt Sparkasse Hannover kündigt Salafisten-Konto
Hannover Meine Stadt Sparkasse Hannover kündigt Salafisten-Konto
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00:15 07.03.2014
Von Dirk Altwig
Der ultrakonservative Prediger Pierre Vogel soll auch als Redner im Salafisten-Zentrum in Hannover auftreten. Quelle: dpa
Hannover

Nur noch 2000 Euro würden fehlen, um das Missionszentrum eröffnen zu können, schreibt der Verein „Der Schlüssel zum Paradies“ auf seiner Homepage und bittet um Spenden auf ein Konto bei der Sparkasse Hannover. „Wir haben dem Verein und dem Vorsitzenden gemäß unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen die Konten gekündigt“, sagte eine Sprecherin des Instituts am Dienstag auf NP-Anfrage. Eine nähere Begründung dafür wird auch der Kunde nicht bekommen - die Vertragsbedingungen sehen das nicht vor. Allerdings müssen die beiden Konten noch mindestens zwei Monate zur Verfügung stehen.

Der Verein will in Hannover ein sogenanntes „Dawah“-Zentrum eröffnen, was „Aufruf zum Islam“ bedeutet. Dort sollen auch im großen Stil Werbe-DVDs produziert werden. Der Salafismus gilt als besonders konservative Form des Islams. Die hannoversche Landeskirche warnt vor sektenartigen Strukturen.

Der Verfassungsschutz beobachtet den Verein „Der Schlüssel zum Paradies“ in Hannover. Das Zentrum sei, so die Behörde, „eine neue Anlaufstelle für die salafistische Szene in Niedersachsen, die geeignet wäre, die gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtete Ideologie weiterzuverbreiten und neue Anhänger zu generieren“.

In Niedersachsen gebe es rund 300 Anhänger, die sich „vor allem missionarisch und propagandistisch betätigt und Gewaltanwendung zur Erreichung der Ziele dem Grundsatz nach ablehnen“, so der Verfassungsschutz.

Auf seiner Internet-Homepage kommentiert der Verein die Berichterstattung als „Hetze“. Die Religionsfreiheit der Mitglieder werde eingeschränkt.