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Meine Stadt Sorgen um Arbeitsplätze beim Airport Hannover
Hannover Meine Stadt Sorgen um Arbeitsplätze beim Airport Hannover
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19:00 10.08.2018
Flughafen Hannover Quelle: dpa
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Hannover

„Wir als Belegschaft haben Angst um unsere Arbeitsplätze.“ Mit diesem Appell wendet sich Airport-Betriebsratsvorsitzender Torsten Krups an Stadt und Land. Die Anteilseigner des Flughafens sollen, so sein Wunsch, den Verkauf der 30prozentigen Fraport-Beteiligung an die Icon Flughafen GmbH stoppen.

Die Altgesellschafter sollten ihr Vorkaufsrecht nutzen und den Flughafen weiter stärken, finden die Mitarbeiter. Krups: „Die Infrastruktur am Flughafen in einem sehr guten Zustand. Der vorgesehene Kaufpreis unterstellt einen Gesamtwert von 364 Millionen Euro.“ Ein Wirtschaftsstandort für die Region, seit mehr als 60 Jahren “grundsolide agierend in der infrastrukturellen Daseinsfürsorge“ sei sicherlich mehr wert.

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Fraport, der Frankfurter Flughafen-Konzern, war 1998 mit 20 Prozent bei Hannover Airport eingestiegen und hatte den Anteil im Jahr 2003 auf 30 Prozent aufgestockt. Die restlichen 70 Prozent gehören zu gleichen teilen der Stadt Hannover sowie der Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft des Landes Niedersachsen.

Fraport hat sich bereits mit der Icon Flughafen GmbH geeinigt hat: Die Tochter der Icon Infrastructure Gruppe erwirbt für 109,2 Millionen Euro die 30 Prozent. Noch könnten Stadt und Land die Anteile kaufen.

Der Betriebsrat des Airports warnt davor, dass Icon ein branchenfremdes Unternehmen mit Sitz in Guernsey, einer Steueroase, sei. „Wir als Belegschaft sind entsetzt, dass wir weiterhin unsere Steuern im Inland bezahlen, aber unser neuer Gesellschafter Steuerflucht beziehungsweise –vermeidung betreiben kann.“

Außerdem sei eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, eine Reduzierung der Arbeitsplätze und eine Zunahme der Fremdvergabe an Dienstleister zu Dumpinglöhnen zu befürchten. Stadt und Land wollen zunächst die Details des Kaufvertrags prüfen

Von Vera König