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Meine Stadt So schön war der Blutmond über Hannover
Hannover Meine Stadt So schön war der Blutmond über Hannover
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09:18 23.01.2019
In Laatzen ist der Blutmond bei klarer Sicht wunderbar am Himmel zu sehen.
In Laatzen ist der Blutmond bei klarer Sicht wunderbar am Himmel zu sehen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

An diesem Montagmorgen war es für viele Hannoveraner kein Problem, früh aufzustehen. Denn um halb fünf standen schon einige auf der Aussichtsplattform der Volkssternwarte in Linden. Bei minus sieben Grad schauten sie in den sternenklaren Nachthimmel und beobachteten das Spektakel, das zum nächsten mal erst Silvester 2028 zu sehen sein wird: der Blutmond stand über Hannover.

„Es ist wirklich faszinierend. Dafür steht man gerne früh auf“, sagte Dieter Schulz (73), während sich der Mond mehr und mehr rot verfärbte. Um 4:34 Uhr ging es los. Ein Schatten legte sich auf den Mond und wurde immer größer. Um 5:41 Uhr war er dann vollkommen im Kernschatten der Erde eingetaucht und leuchtete blutrot. Und zudem war er auch noch größer als etwa bei der vergangenen totalen Mondfinsternis im Juli 2018: „Er ist gerade besonders nah an der Erde und deshalb 14 Prozent größer. Deshalb nennt man ihn auch Supermond. Dafür ist die Finsternis mit 63 Minuten aber diesmal auch kürzer“, sagte Robert Schumann (25), Astronomie-Experte und Vereinsmitglied der Volkssternwarte.

Weniger Besucher als im Juli

Einige Besucher hatten sich auch schon im vergangenen Sommer den Blutmond angeschaut. Da waren allerdings nicht wie diesmal etwa 70 Besucher auf der Volkssternwarte, sondern um die 2000. Die totale Mondfinsternis hatte am 27. Juli allerdings um 19:30 Uhr begonnen. Da war es hell und vor allem warm. „Dafür ist die Luft heute viel klarer und man kann den Mond in der Dunkelheit sehen“, so Stefan Sielmann (46). Privat interessiert er sich für Astronomie und hatte sein eigenes riesiges Teleskop mitgebracht – und war mit heißem Kaffee und Stirn-Leuchte bestens ausgestattet.

Manche waren mit ihren eigenen Teleskopen da, andere mit Kameras ausgestattet. Einige kamen vor der Arbeit, es waren Rentner da und Eltern mit ihren Kindern. Doch nicht nur die Kleinen fanden all das aufregend: „Ich war schon seit halb 3 wach, weil ich so aufgeregt war! Und ich habe immer wieder aus dem Fenster geschaut, ob der Himmel so klar bleibt. Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter“, sagte Ingrid Schubert (65).

Dunkler Mond wegen Vulkanausbrüchen

Der einzige Abstrich: ganz so leuchtend rot war der Blutmond dann doch nicht: „Er ist dieses mal ziemlich dunkel. Das liegt an den vielen Vulkanausbrüchen, die es gegeben hat“, klärte Schumann auf. Auch Schubert war begeistert: „Wer weiß, was bis zu der nächsten Mondfinsternis in zehn Jahren alles passiert. Ich bin froh, dass ich früh aufgestanden bin und das miterlebe.“

Das sind die schönsten Bilder vom Blutmond über Hannover:

63 Minuten lang war die Mondfinsternis zu sehen. Unsere Fotografen und NP-Leser haben tolle Aufnahmen vom Blutmond gemacht. Die besten gibt es in der Galerie.

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Von Josina Kelz