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Meine Stadt Slipknot in Hannover: Spektakel und eine Botschaft
Hannover Meine Stadt Slipknot in Hannover: Spektakel und eine Botschaft
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22:51 18.06.2019
MUMMENSCHANZ: Das ist nicht das „Phantom der Oper“, sondern Corey Taylor von Slipknot. Quelle: Fotos: Franson
Hannover

Laufknoten lautet die Übersetzung lapidar, doch im Original klingt es wesentlich bedrohlicher: Slipknot. Denn hinter dem Namen verbirgt sich nicht nur der „Henkersknoten“, sondern auch brutaler Emo-Metal mit Alptraum-Ästhetik in einer sehr harten Schale.

Und endlich sind Slipknot auch in Hannover angekommen, das Konzert war nach wenigen Tagen ausverkauft. Slipknot eröffnen ihren Abend mit dem Klassiker „People=Shit“. Harsche Schreie und ein donnerndes Schlagzeug, sie laufen heiß, der Antwortsturm der Fans im Innenraum ist gewaltig. Einige Gefolgsleute, die „Maggots“–Maden, wie sie sich nennen, sind mit Clownsmaske und im Blaumann gekommen, denn gruselige Masken sind das Gimmick der Band.

Corey wirft alles in die Show

Sänger Corey hat immer noch die stimmlichen Möglichkeiten wie damals zu seinen „Iowa“-Tagen. Er wirft alles in seine Show. Der Nachfolgesong „(sic)“, ist der nächste Klassiker von ihrem gleichnamigen Debütalbum von 1999, ikonisch und lebensverändernd für so viele hier. Danach „verprügeln“ Slipknot in „Get this (or die)!“ noch alle anderen Bands, bevor sie mit „Unsainted“ ein neues Stück vorstellen. Da sind die Fans das erste Mal ruhiger, im August erscheint erst Slipknots neues Studioalbum „We are not your kind“.

„Disasterpiece“ und „Before I forget“ sind dann wieder sehr lebendig und klingen wie zur ihrer Veröffentlichung, damals, Anfang der 2000 Jahre. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Slipknot ihren Anhängern bedeuten. 10 000 Fans sind in die Tui-Arena gekommen, vorne tobt wild die Hardcore-Front, LED-Scheinwerfer beleuchten die Szenerie, es ist ein tolles visuelles Spektakel, eine richtig große Rockshow.

Slipknot in Hannover: So bebt die Tui-Arena

Denn Slipknot sind zum Festival-Headliner geworden, mit ihrer frenetischen Bühnenshow, der Kombination von kreischenden Gitarrenriffs (Leadgitarre Mick Thomson), ihrer Heftigkeit und Energie. Jay Weinberg beeindruckt an den Fellen, sein Vater Max spielt Schlagzeug in Bruce Springsteens E-Street-Band.

Zu „Custer“ brüllen die Fans in der Arena „Cut, cut, cut me up and f-f-fucking me up”, doch Corey fordert die Menge auf „zueinander zu stehen“ – egal welcher Hautfarbe und welcher Religion. Beeindruckend, dabei waren Slipknot nie wirklich politisch. Und die Fans sind streng: Sänger Corey hat eine neue Maske mitgebracht. Die ist umstritten, weil sie offenbar nicht mehr so grauenhaft aussieht.

Ein großer Verlust

Dennoch ist Corey noch immer eine Kanone darin, das Publikum anzufeuern. Zur Zugabe „Spit it out“ werden alle Zuschauer in die Hocke „gezwungen“ und müssen dann losspringen. Das funktioniert auch in Hannover.

Slipknot sind aus Des Moines, Iowa. Ihre Musik passt zum harten Leben auf dem amerikanischen Land. Viele Musiker hat die Band schon gesehen, auf Höhen folgten Tiefen. 2010 verstarb Gründungsmitglied und Hauptsongschreiber Paul Gray, ein großer Verlust, er hinterließ Inhaltslosigkeit, Leere.

Vor einem Monat dann der nächste Schock: die Tochter des Perkussionisten Shawn Crahan wurde tot aufgefunden. Sie wurde nur 22 Jahre alt. Niemand wusste, ob Crahan, der den „Clown“ mit der „auf-Crack“-Maske spielt, noch an der Tour teilnehmen würde. Doch Crahan ist dabei und verbeugt sich. Gewiss eine Hommage an seine Tochter.

Slipknot sind kein Witz, diese Band ist großes „Getöse“. Und so torkeln die Fans nach zwei Stunden Vollbesohlung, mit großen Augen, schweißnass und begeistert aus der Arena.

Von Kai Schiering

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